Nepal Everest-Trekking

Endlich wieder Nepal, endlich wieder mehrere Tage am Stück wandern

Am Everest-Basecamp auf 5.364m
Am Everest-Basecamp auf 5.364m

Es ging in die Region Khumbu, eine der beliebtesten Trekkingregionen Nepals. Ausschlaggebend für die meisten Touristen, ist sicherlich die große Ansammlung an wirklich hohen und berühmten Bergen, wie Lhotse (8.516m), Nuptse (7.861m), Ama Dablam (6.856m) und natürlich dem Mount Everest (8.848m) - dem höchsten Berg der Welt.

 

Doch Nepal hat noch so viel mehr zu bieten - eine kulturelle und ethnische Vielfalt, liebenswerte Menschen, eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt, Spiritualität und Kontraste. Gegensätze im eigenen Land - die Schere zwischen arm und reich klafft weit auseinander, aber auch landschaftlichen Kontraste, wie die hohen Berge, wüstenartige, trockene Landschaften, Eis und Schnee und das suptropische Klima im Süden, wo Elefanten und Nashörner leben. Ein Kontrast ist sicherlich das Leben im allgemeinen hier in Nepal, im Vergleich zu unserem. Die Menschen müssen größtenteils sehr hart arbeiten. Was für uns selbstverständlich ist, wie zum Beispiel eine warme Dusche, ein warmes Bett, Privatsphäre (also ein eigenes Zimmer), eine große Auswahl an Lebensmitteln, eine Waschmaschine und eine regelmäßige bezahlte Arbeit, ist hier ein Luxus den die meisten nicht haben. Auch auf einer Trekkingreise muss man sich einschränken, mit wenig klar kommen und wohl überlegt packen. Was ich in den 12 Tagen Everest-Trekking erlebt habe, wie die Route verlief, die Höhen und Tiefen, einige Tipps und Infos über die Tour, die Menschen und das Leben in Nepal und viele, viele Bilder, zeige ich euch in den kommenden Tagen.  

 

 

Region Khumbu

Rechts sieht man den Berg Ama Dablam und mittig, hinter den Wolken lugt der Mount Everest hervor
Rechts sieht man den Berg Ama Dablam und mittig, hinter den Wolken lugt der Mount Everest hervor

Die Region Khumbu befindet sich südlich und westlich des Mount Everest. Große Teile des Khumbu liegen im Sagarmatha-Nationalpark. Auf Nepali heißt der Mount Everest übrigens "Sagarmatha". Seit 1979 gehört der Nationalpark zum UNESCO-Welterbe

 

Um das Trekking durchführen zu können, benötigt man ein Permit, dass ca. 20 € kostet. Wir haben die Tour über einen Bekannten von mir gebucht. Er reist schon seit vielen Jahren nach Nepal, hat dort einige einheimische Freunde und unterstützt mit einigen Aktionen die Menschen vor Ort. Hier geht`s zu seiner Homepage.

 

Wir waren Ende Oktober, Anfang November unterwegs. Der Herbst wie auch der Frühling sind die am besten geeignetsten Jahreszeiten für eine Trekkingtour in Nepal. Für Fotografen ist der Herbst am besten geeignet, habe ich mir sagen lassen. Hier soll es nicht so diesig wie im Frühling sein. Von Lukla nach Gorak Shep und zurück waren wir 12 Tage unterwegs. Dabei kamen wir bei Everest-Basecamp vorbei und bestiegen den Kala Pathar mit einer Höhe von 5.545 Metern.

Lukla, der Start des Trekkings

Tenzing-Hillary-Airport in Lukla - ein Flugzeug fliegt zur Landung ein
Tenzing-Hillary-Airport in Lukla - ein Flugzeug fliegt zur Landung ein

Start der Everest-Trekkingrunde ist der Ort Lukla.

 

Mit dem Inlandsflug kommt man von Kathmandu nach Lukla. Der Tenzing-Hillary-Airport zählt zu den gefährlichsten Flughäfen der Welt. Die Landebahn ist extrem kurz und kann nur bei sehr guten Sichtverhältnissen angeflogen werden. Täglich fliegen bis zu 50 kleine Propellermaschinen den Flughafen an. Der ca. 30 minütige Flug erspart einem den ca. 1 wöchigen Fußmarsch, oder den um einiges teureren Hubschrauberflug, der als Alternative zur Verfügung steht. 

Leider sehr überlaufen

Menschenmassen vor einem Check-Point
Menschenmassen vor einem Check-Point

Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die Everest-Route sehr überlaufen ist. Mir war anfangs auch nicht ganz klar, mit wie vielen Menschen ich es hier zu tun hatte. Die ersten drei Tage war ich ziemlich geschockt und genervt. Teilweise waren es wirklich Menschenschlangen, die sich auf dem Weg bewegten. Oft konnte man die langsam laufende Horde auch nicht überholen, da die Wege zu schmal waren. 

 

Es war wirklich alles an Menschentypen unterwegs, was man sich vorstellen konnte. Alte Menschen, die total schlecht zu Fuß waren und teilweise gestützt wurden. Aber auch jüngere Personen, die sich bewegten, als seien sie bisher nicht mal einen Feldweg in Deutschland hoch gelaufen. Natürlich gab es auch wirklich fitte Bergsteiger, die oft auf dem Weg waren, hohe Berge zu besteigen. Was leider auch immer wieder vorkam, waren rücksichtslose Menschen, die andere weg schubsten, Porter beim laufen behinderten, sich in den Weg stellten wenn Yaks kamen (was wirklich gefährlich ist) und die Anweisungen der Guides nicht befolgten.

 

Keine Straßen - was macht man im Notfall?

Hubschrauber in Gorak Shep, dem am weitesten entfernten Punkt der Trekkingtour
Hubschrauber in Gorak Shep, dem am weitesten entfernten Punkt der Trekkingtour

Zum Glück verteilten sich die Menschenmassen nach dem dritten Tag. Ab dann konnte ich es auch wirklich genießen und ich hatte das Gefühl wirklich in Nepal angekommen zu sein. 

 

Auf der Route des Everest-Trekkings gibt es (anders als bei anderen Trekking-Gebieten) keine Straßen. Es ist also nicht möglich, eine Etappe aus beispielsweise gesundheitlichen Problemen, mit dem Jeep zurück zu legen. Für Notfälle gibt es allerdings so ziemlich überall sogenannte "Rescue-Horses" (Rettungs-Pferde). Auf diesen kann man Teilstücke reitend mit einem Führer zurücklegen. Allerdings muss man das sehr teuer bezahlen. Teilweise kostete ein Ritt den Berg hoch 200$.

 

Auch die Möglichkeit mit dem Helikopter zu fliegen gibt es. Aus unserer Gruppe musstenn 3 Personen von Gorak Shep nach Lukla zurückfliegen und zahlten 1.500$.

Transport von Waren

Ein körperlich starker Träger kann bis zu 120 Kilo auf seinem Rücken tragen - unglaublich
Ein körperlich starker Träger kann bis zu 120 Kilo auf seinem Rücken tragen - unglaublich

Da es keinerlei Straßen gibt, muss wirklich alles auf Menschen- oder Tierrücken befördert werden. Von der Cola, übers Toilettenpapier, Chips, Müsliriegel, Lebensmittel zum kochen, Gas, Baumaterial für die Lodges, Tische, Stühle, ganze Bettgestellt inklusive Matratzen, alles wird getragen. Sehr viele Träger kommen über die gleichen Wege wie auch die Trekker von Dorf zu Dorf und bringen die Waren. Zahlreiche Yak-, Kuh- und Muliherden zogen an uns vorbei. 

 

Man sollte also immer umsichtig laufen und die Träger und Tiere sofort an einem vorbei lassen. Für die Träger ist dies die lebensnotwendige Arbeit, die nach Kilo und Zeit bezahlt wird und für viele die einzige, bezahlte Arbeit darstellt, die es hier überhaupt gibt. 

Die Porter (Träger)

Die fertig gepackten Rucksäcke warten auf die Porter
Die fertig gepackten Rucksäcke warten auf die Porter

Kommen wir zu den Portern, die täglich die Rucksäcke der Touristen schleppen. Anfangs kam es auch mir sehr ungewohnt und befremdlich vor, mir von einem Menschen mein ganzes Zeugs tragen zu lassen. Schnell wurde mir allerdings klar, dass dies für viele die einzige Einnahmequelle ist. Es gibt sonst keine Arbeit und wenn sie nicht meinen Rucksack tragen würden, dann würden sie vielleicht ein Bettgestell trage. Mein Rucksack ist aber deutlich leichter als ein Bettgestellt und mehr Geld bekommt der Porter von mir auch. 

 

Auf was wir allerdings achten sollten ist, unseren Rucksack nicht zu voll zu stopfen und nur das nötigste mitnehmen. Mit ca. 10 Kilo sollte man klar kommen (bei über 10 Kilo muss man beim Flug nach Lukla so oder so Übergepäck zahlen). Unsere Porter trugen meist zwei Rucksäcke und hatten somit ca. 20 Kilo auf dem Rücken. Bei anderen Trekkingorganisationen müssen die Träger meistens mehr schleppen und man sollte ein Auge darauf haben.

Wo schläft man?

Unser kleines Zimmer in der Lodge in Tengboche. Die Einzelbetten lassen sich oft zusammen schieben.
Unser kleines Zimmer in der Lodge in Tengboche. Die Einzelbetten lassen sich oft zusammen schieben.

Die Trekkingroute ist mit Unterkünften sehr gut ausgestattet. In der Regel kümmern sich die Guides und Porter darum, welche Lodge jeweils angesteuert wird.

 

Untergebracht ist man in der Regeln in Doppelzimmern, wobei auch manchmal Einzelzimmer vorhanden sind (diese sind meist etwas teurer). Im Zimmer gibt es ein einfaches Bett mit Matratze. Man schläft in seinem mitgebrachten Schlafsack. Oft sind zusätzlich Decken vorhanden, da es in der Nacht sehr kalt wird. Die Zimmer sind immer unbeheizt.

 

 

Die Lodges

Mittagssnack - Momos. Das sind gefüllte Teigtaschen mit Gemüse und manchmal mit Fleisch.
Mittagssnack - Momos. Das sind gefüllte Teigtaschen mit Gemüse und manchmal mit Fleisch.

Die Aufenthaltsräume, in denen auch gegessen wird, waren bei uns während des Abendessens immer beheizt. Morgens zum Frühstück war es kalt.

 

Jede Lodge hat nahezu die gleiche Menükarte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man lieber die landestypischen Gerichte wie Dhal Bat, Reisgerichte, Currys, Suppen, Momos, Porridge usw. essen sollte. Diese sind sehr lecker, weil sie die Köche auch kennen und die richtigen Gewürze dafür haben. Andere Gerichte wie Pizza und Lasagne können, wenn man Glück hat, auch mal gut schmecken, sind aber in der Regel anders zubereitet als wir es erwarten. Die Köche haben diese Gerichte oft noch nie gesehen, geschweige denn probiert. 

Alles was man benötigt

Sehr schöner Aufenthaltsraum in der Lodge in Pheriche.
Sehr schöner Aufenthaltsraum in der Lodge in Pheriche.

In manchen Lodges hat man die Möglichkeit zu duschen (manchmal sogar warm). Dies muss man jedoch extra bezahlen. Auch wlan gibt es in den meisten Lodges. Hier konnte man sich ein wlan Ticket kaufen, dass dann mehrere Tage Gültigkeit hatte. 

 

Ansonsten gibt es in den Lodges oder kleinen Geschäften alles zu kaufen, was man benötigt oder nicht benötigt. Von Müsliriegeln, Chips, Nüssen, Toilettenpapier, Backware, Trekkingkleidung, Ausrüstungsgegenständen, Schmuck und Souvenirs gibt es alles zu kaufen. Bei der Kleidung und den Ausrüstungsgegenständen sollte man wissen, dass die Marken in der Regel gefälscht sind. Dies kann oft auch qualitative Nachteile mit sich bringen, muss aber nicht.

Die Berichte zu den einzelnen Etappen findet ihr hier:

Zahlen, Daten, Fakten:

 

  • 12 Tage
  • über 131 Kilometer Wegstrecke
  • ca. 9000 Höhenmeter Auf- und Abstieg
  • höchster Punkt: 5.643 Meter
  • niedrigster Punkt: 2.500 Meter
  • 16 Trekker, 2 Guides, 8 Porter

Packliste

Das hatte ich alles dabei:

  • 3x Merino T-Shirts
  • 3x Merino Sweatshirt
  • 4x Unterwäsche
  • 1x lange Unterhose
  • 2x Sport-BH
  • 2x Unterhemd
  • 1x Zipp-Hose leicht
  • 1x gefütterte, warme Hose
  • 1x Soft-Shell-Jacke
  • 1x Windweste
  • 1x Fleece-Jacke
  • 1x Daunenrock
  • 1x PrimaLoft Jacke
  • 1x Regenjacke
  • 1x Regenhose
  • 1x Mütze
  • 1x Buff-Tuch
  • 3x Merino Socken
  • 1x Handschuhe
  • 1x leichte Wanderstiefel
  • 1x wärmere Wanderstiefel
  • 1x Sonnenbrille
  • 1x Trekkingstöcke
  • 2x Trinkflaschen jeweils 1 Liter
  • 1x Stirnlampe
  • 1x Erste Hilfe Set mit zusätzlichen Medikamenten
  • 1x kleines Outdoorhandtuch
  • 1x Waschsachen (Zahnbürste, Feuchte Baby-Tücher, Seife, Zahnpasta, Deo, Shampoo)
  • 1x Outdoorwaschmittel
  • 1x Foto plus Ersatzakkus
  • 1x Tagebuch
  • Müsliriegel
  • 1x Powerbank
  • 1x Handy plus Ladegerät
  • 1x Schlafsack
  • 1x Hüttenschlafsack (aus hygienischen Gründen zusätzlich im Schlafsack)
  • 2x wasserdichte Packsäcke (für die Kleidung im Rucksack)
  • 1x Tagesrucksack
  • 1x Trekkingrucksack
  • Geld

Was sich sehr bewährt hat, sind die Baby-Feuchttücher, mit denen man sich jeden Abend gut waschen konnte und somit halbwegs das Gefühl hatte sauber zu sein. Das zweite Paar Wanderstiefel benötigen viele sicherlich nicht. Ich hätte darauf allerdings nicht verzichten wollen, da ich kalte und nasse Füße hasse. Eine meiner Trinkflaschen ist aus Alu. Ist man so verfroren wie ich, kann man sich abends vor dem zu Bett gehen heißes Wasser einfüllen lassen und die Flasche als Wärmeflasche mit ins Bett nehmen.

 

Mein Daunenrock, um den mich viele beneidet haben,  war auch eine super Entscheidung. Der Wind während des gesamten Trekkings ist nicht zu unterschätzen. Der Rock wärmt super die Mitte und schützt vor Wind. Auf jeden Fall benötigt man ein Tuch vor dem Mund. Der Wind wirbelt oft sehr viel Staub auf und ohne Mundschutz ist es sehr unangenehm.

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Kommentare: 6
  • #1

    Joachim Gerhäusser (Dienstag, 23 Januar 2018 23:30)

    Super Schilderungen. Ich freue mich jetzt schon rießig auf Deine weitere Beiträge und Bilder. Alles sehr lebendig.

  • #2

    Julian Bäuerle (Donnerstag, 25 Januar 2018 19:11)

    Ich finde den Artikel SUPER und es ist auch sehr schön beschrieben. I freu mich jetzt schon wenn noch Artikel von den einzelnen Tagen folgen.

    Es ist auch sehr Informativ (auf was man achten sollte; got to knows; wie packe ich meinen Koffer)
    Das ist auch was mich sehr neugierig macht und die Seite zu dem Bekannten ist auch gut zu wissen. :)

    Freue mich schon auf meine Planung. :D

    Dan für den schönen Artikel und ich hoffe es folgen noch die Berichte der einzelnen Etappen.

    Grüße Juli

  • #3

    Mathias (Freitag, 26 Januar 2018 15:50)

    Ich freue mich schon sehr auf deine Berichte. Viel Spaß wünsche und bleibe gesund.

  • #4

    Myriam (Sonntag, 04 Februar 2018 13:42)

    Hallo Joachim, Julian und Mathias,
    vielen Dank für eure lieben Kommentare. Es freut mich sehr, dass euch meine Artikel gefallen und ihr weiter dabei bleibt :-)
    Alles Liebe
    Myriam

  • #5

    Conny (Samstag, 28 April 2018 10:51)

    Herrlich zu Lesen dein Bericht.
    Ich war letztes Jahr im Annapurnagebiet unterwegs. Wir hatte dort zum Glück nicht so viele Menschen wie du auf deiner Trekkingtour beim Mount Everest. Er ist halt ein Magnet. Ich werde die Etappenberichte gleich auch noch lesen.
    Dieser Bericht ist schon so ausführlich beschrieben. Da steckt viel Arbeit drin. Danke und liebe Grüsse �‍♀️�

  • #6

    Myriam (Samstag, 28 April 2018 21:05)

    Vielen Dank Conny. Freut mich sehr, dass dir der Bericht (und hoffentlich auch die anderen) gefallen. Ich werde deine Annapurna-Berichte unbedingt auch noch lesen.
    Ist leider wirklich sehr überlaufen, die Everest-Runde. Zum Glück hatte ich zwei Jahre zuvor eine ganz andere Seite von Nepal kennengelernt - das Gebiet Mustang. Dort waren wir tagelang komplett alleine unterwegs. Hierzu gibt es auch Artikel von mir. Kannst gerne mal rein schauen, vielleicht wäre das ja was für dich. LG Myriam

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