Nepal Everest-Trekking Tag 4 - von Namche Bazar (3.440m) nach Tengboche (3.860m)

Traumhaftes Bergpanorama

Nach schlechten Nachrichten am Morgen wurde der Tag zusehend besser. Wo sonst auf der Welt kann man so viele berühmte Berge zeitgleich bestaunen!

 

Der Weg bei Etappe 4 war sehr abwechslungsreich. Auf einem wunderschönen Höhenweg, konnte ich das fabelhafte Panorama in vollen Zügen genießen. Der Kreislauf kam dann bei den rund 650 Höhenmeter Anstieg nach Tengboche in Schwung. Auf der Hochfläche angekommen, wird man mit einem unbeschreiblichen Blick auf das Everest-Nuptse-Lhotse-Massiv belohnt.

 

Bei der Zeremonie im berühmten Kloster in Tengboche kam dann eine leicht meditative Stimmung auf, bevor uns die Kälte schlagartig lähmte.

Auch das noch :-(

Der Blick zurück nach Namche Bazar
Der Blick zurück nach Namche Bazar

Schlechte Nachrichten gleich zu Beginn - ich hatte über Nacht eine Erkältung bekommen :-(

Na toll, so hatte ich mir das nicht vorgestellt, gleich am vierten Tag krank zu sein. Aber gut, so war es jetzt nun mal und ich musste das Beste daraus machen. Zumindest hatte ich meine Medikamente nicht umsonst mitgeschleppt. 

 

Mit dem Frühstück war es die gleiche Warterei wie auch bereits am Vortag - wirklich organisiert waren die hier in der Küche nicht. Um 08:20 Uhr starteten wir dann Richtung Tengboche.

Entspannter Höhenweg

Der wunderschöne Höhenweg verläuft lange Zeit entspannt am Berg entlang.
Der wunderschöne Höhenweg verläuft lange Zeit entspannt am Berg entlang.

Schnaufend wie eine Dampflok, schleppte ich mich die steilen Treppenstufen in Namche Bazar hinauf. Oben angekommen, drehte ich erstmal die große Gebetsmühle (eine gute Gelegenheit zum durchatmen) und wünschte mir eine schnelle Genesung.

 

Was dann folgte war ein traumhafter Höhenweg. Ohne großartige Anstiege verlief der Weg sanft am Berg entlang. Trotz Erkältung konnte ich es richtig genießen. Der Ausblick war einfach der Hammer. Der markante (und meiner Meinung nach schönste Berg der Welt), die Ama Dablam, war so gut wie immer zu sehen. 

Doch noch ein weiter Weg

Wirklich wunderschön und anmutig, diese Tiere
Wirklich wunderschön und anmutig, diese Tiere

Unser Guide Jiten zeigte uns, wo in der Ferne Tengboche lag. Als Luftlinie gesehen, schien es nicht mal so weit zu sein. Das Problem in Nepal sind aber die zahlreichen Schluchten und Erhebungen - es stand uns also noch ein ganzes Stück bevor.

 

Ein recht steiler Abstieg durch den Wald, über Wurzelwerk und Steine, bot eine schöne Abwechslung. Die Yak und Muli Herden stolperten etwas unelegant den Weg hinab. So wirklich glücklich sahen sie dabei nicht gerade aus. Unten angekommen, legten wir unsere Mittagspause ein und warteten auf den Rest unserer Gruppe.

Kleiner Tiefpunkt

Trinken, trinken und nochmals trinken - wichtig wegen der Erkältung, der Hitze und der Höhe
Trinken, trinken und nochmals trinken - wichtig wegen der Erkältung, der Hitze und der Höhe

In einer kleinen Lodge neben dem Fluss Duth Kosi, stärkten wir uns mit einer leckeren Nudelsuppe. Der Duth Kosi wird übrigens gespeist vom Gletscherwasser des Everest und Lhotse

 

An der Lodge hing ein Schild auf dem stand "Rescue-Horse 200$". Uns wurde erklärt, dass es nun steil bergauf ging und man die Möglichkeit hätte, ein Pferd zu mieten. Oh je, hoffentlich wird es nicht ganz so heftig, dachte ich mir. Ich hatte einen kleinen Tiefpunkt während des Mittagessens. Meine Nase ging immer weiter zu und die starke Sonne machte mir am heutigen Tag auch zu schaffen. Kopfschmerzen kündigten sich an. Es war teilweise so übel heiß. Ausziehen wollte ich aber auch nichts, da der Wind einen sofort wieder auskühlte.

Zwei Wege, welcher ist wohl der bessere?

Die Mütze musste ich auf der Hängebrücke festhalten, so stark blies der Wind
Die Mütze musste ich auf der Hängebrücke festhalten, so stark blies der Wind

Über die lange Hängebrücke ging es nach der Mittagspause über den Duth Kosi. So langsam hatte ich echt Übung darin, in einem leicht wippenden Gang, die Brücken zu überqueren. 

 

Der Weg gabelte sich. Ich entschied mich mit Daniel, den steileren (in der Hoffnung aber etwas kürzeren Weg)  zu nehmen. Alle anderen wählten den anderen Weg. Trotz Erkältung kamen wir gut voran und schlängelten uns die steilen Serpentinen nach oben. Die Sonne, welche mir vor der Mittagspause noch zu heiß war, verschwand schlagartig und es wurde kühl. 

Sind wir noch richtig?

Da mach ich doch lieber Platz wenn die kommen ;-)
Da mach ich doch lieber Platz wenn die kommen ;-)

Viele Yak-Herden, die in einem Mordstempo den Hang hinunter rannten,  ließen wir passieren. In die Quere dieser Kolosse möchte ich nicht freiwillig kommen.

 

Irgendwie nahm der Weg kein Ende. Wir konnten auch nicht wirklich unser Ziel ausmachen. Aus unserer Gruppe war niemand mehr zu sehen, die wählten auch alle den anderen Weg. So langsam kam mir die Sorge, dass ich mich wieder verlaufen hatte, wie damals beim letzten Nepal-Trekking. Naja, immerhin hatte ich Daniel dabei und war nicht wie vor 2 Jahren alleine unterwegs. 

Ankunft in Tengboche

Die Stupa von Tengboche bietet einen tollen Empfang
Die Stupa von Tengboche bietet einen tollen Empfang

Schlagartig lichtete sich der Wald und wir waren auf der Anhöhe von Tengboche angelangt. Und wer lehnt da an der Stupa? Mein Mann Micha und fragte uns lächelnd, wo wir so lange blieben. Mhhh, vielleicht hatten wir doch nicht den kürzesten Weg gewählt oder waren einfach zu langsam unterwegs - wer weiß.

 

Aber egal, wir waren am Zieldorf angekommen und waren beeindruckt von diesem besonderen Ort. Auf einem Plateau liegt Tengboche, eingerahmt von den weißen Riesen des Himalaya. In nördlicher Richtung sieht man wunderschön das Everest-Nuptse-Lhotse-Massiv.

Das berühmte Mani Rimdu Festival

Am Klostereingang von Tengboche
Am Klostereingang von Tengboche

Kulturell ist Tengboche ein ganz wichtiger Ort. Das buddhistische Kloster, welches hier errichtet wurde, ist das bedeutendste der Khumbu Region. Jedes Jahr findet im Oktober/November, nach dem Vollmond das berühmte Mani Rimdu Festival in Tengboche statt. Gefeiert wird der Triumph des Buddhismus über die damalige Bön-Religion. Zu dieser Zeit ist es nahezu unmöglich, einen Lodgeplatz zu bekommen. Zahlreiche Sherpas und natürlich auch Touristen finden sich dann in Tengboche ein, um 3 Tage zu feiern. Die Lamas führen spektakuläre Tänze mit Masken und Kostümen auf.

 

Ich sah dieses Spektakel leider nur auf Fotos. Nur wenige Tage nach unserem Aufenthalt in Tengboche, fand dieses Festival statt. Schade, ich hätte es zu gerne live gesehen.

Lecker, lecker, Kuchen essen

Bei Kuchen lacht das Myri-Herz :-)
Bei Kuchen lacht das Myri-Herz :-)

Unsere Lodge, in der wir nächtigten, hatte eine eigene Bäckerei und die Kuchen sahen wirklich total lecker aus. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Der Apple Pie und die Black-Forest-Torte sind wirklich sehr zu empfehlen. Auch unsere Porter, die wir einluden, empfanden den Kuchen als eine willkommene Abwechslung.

 

Der Himmel zog zu und Nebel hüllte die Hochebene in einen grauen Schleier. Es war bitterkalt, obwohl ich alles an hatte, was ich dabei hatte. Was sollten wir jetzt bis zum Abendessen machen? Im Aufenthaltsraum war es ebenfalls kalt und von dem tollen Panorama war nichts mehr zu sehen.

 

 

 

 

Entspannung im Kloster

Die Zeremonie im Kloster
Die Zeremonie im Kloster

Wir entschieden uns, zur abendlichen Zeremonie ins Kloster zu gehen. Auf dünnen Matten saßen wir mit vielen anderen Touristen auf dem Boden und lauschten gespannt der Zeremonie. Die Klänge der verschiedenen Instrumente waren interessant, auch wenn es sich für unsere Ohren etwas schief anhörte. Das Oberhaupt saß vorne auf einem erhobenen Thron. Ich mochte seine tiefe, beruhigende Stimme. Obwohl ich natürlich nichts verstand, machte mich das Gerede und der Gesang irgendwie entspannt.

 

Leider war es im Klosterraum noch kälter als draußen. Während die Mönche in Decken gehüllt in der Mitte saßen, fror ich auf dem kalten Boden sehr. Viele machten sich bereits nach wenigen Minuten wieder ans Gehen. Wir hielten es 20 Minuten aus, bevor wir dann aufgrund der Kälte auch zurück in die Lodge gingen.

Mir ist sooooo kalt

Trotz Ofen und mehreren Lagen Kleidung war mir nicht gerade mollig warm.
Trotz Ofen und mehreren Lagen Kleidung war mir nicht gerade mollig warm.

Mittlerweile war der Essensraum zum Glück beheizt. Am Ofen wärmte ich mich erstmal auf. Die Kälte tat meiner Erkältung überhaupt nicht gut und ich fühlte mich zusehend schlechter. Das Spülwasser in der Toilette hatte bereits eine dicke Eisschicht darauf, so kalt war es schon. Hoffentlich muss ich nachts nicht aufs Klo, dachte ich mir. Das war dieses mal nämlich ein ziemliches Stück im Freien entfernt von unserem Zimmer.

 

Nach dem sehr leckeren Essen ging ich heute auch gleich ins Bett. Jiten, unser Guide, organisierte mir noch eine zusätzliche Decke. Mittlerweile war ich schon als die "Frostbeule-Nummer 1" bekannt ;-)

 

Den GPX-Track findet ihr hier:

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