Nepal Everest-Trekking Tag 3 - von Namche Bazar (3.440m) nach Khunde (3.840m) und Khumjung

Eine der schönsten Etappen während des Trekkings

Die Ama Dablam (6.812m), was übersetzt Mutter und Tochter bedeutet.
Die Ama Dablam (6.812m), was übersetzt Mutter und Tochter bedeutet.

Der heutige Tag war zum akklimatisieren gedacht. Wir liefen also nicht weiter zu einem anderen Ort, sondern blieben noch eine weitere Nacht in Namche Bazar. Nicht weit von hier liegt das berühmte Everest View Hotel. Außerdem hat man kurz oberhalb von Namche Bazar einen fantastischen Blick auf die mächtigen Berge, Lhotse, Nuptse, Ama Dablam und den Mount Everest.

 

Es liegt also auf der Hand, dass wir uns dies nicht entgehen ließen. So verbrachten wir unseren Tag mit einer gemütlichen 5 Stunden Wanderung, dem ersten Blick auf den Mount Everest und einem dauerhaften staunen über die atemberaubend schöne Landschaft.

Organisatorische Planung = Fehlanzeige

Ein fantastischer Tag steht mir bevor
Ein fantastischer Tag steht mir bevor

Ich hatte sehr gut geschlafen und freute mich auf das Frühstück um 7:00 Uhr. Wir bestellten bereits alles am Vorabend, so wollten es die Lodge Besitzer. Bis das Frühstück allerdings kam, war es kurz vor 8:00 Uhr. Ich half das Essen von der Küche in den Speiseraum zu tragen und bekam mit, welch chaotisches System sie in der Küche hatten. Kein Wunder wird hier nichts fertig und die Bestellungen sind falsch, dachte ich mir. Ich war kurz versucht ein paar Tipps loszuwerden, hielt dann aber doch besser meinen Mund.

 

Heute gingen wir nur zu fünft, plus Guide Jiten los. Erstmal mussten wir hinter unserer Lodge ein paar steile Steintreppen hinauf gehen. Puhhh, war ich schon außer Puste. Die ersten Schritte am Tag schaffen mich immer ziemlich. Wenn ich dann mal eingelaufen bin, ist alles gut. 

Die Karawane zieht weiter

In der Senke liegt Namche Bazar, umgeben von Thamserku, Nupla, Shar und Lho Kongde.
In der Senke liegt Namche Bazar, umgeben von Thamserku, Nupla, Shar und Lho Kongde.

Ziemlich steil ging es auf einem kleinen Pfad Richtung Khunde. Wieder waren wir nicht allein unterwegs. Brav reihte ich mich in die Menschenschlange ein und trottete der Karawane hinterher. Naja, bei dem Tempo kam ich zumindest nicht außer Puste. Wir wollten es heute eh ruhig angehen lassen und so genoss ich den Blick von oben auf Namche Bazar.

 

Der Tag war super klar und wir hatten einen traumhaften Blick auf Thamserku (6.608m), Nupla (5.885m), Shar (6.093m) und Lho Kongde (6.168m). In der Ferne sahen wir sogar das Yeti Mountain Hotel auf über 4.200 Metern Höhe. Eine Nacht in diesem Hotel kostet wohl an die 300$. Natürlich laufen die Gäste hier nicht hin, sondern werden mit dem Heli eingeflogen.

 

 

Staubwüste oder Landebahn, dass ist hier die Frage

Das ist der Flughafen von Namche Bazar. Nein, da mag ich nicht landen!!!
Das ist der Flughafen von Namche Bazar. Nein, da mag ich nicht landen!!!

Die meistens Wanderer liefen geradeaus weiter. Sie waren vermutlich auf direktem Weg zum Everest View Hotel unterwegs. Wir bogen links ab und waren auf einmal alleine. Ach wie schön, so könnte es immer sein.

 

Als ich den kleinen Flughafen, mitten im Nirgendwo entdeckte, war ich um den Flughafen in Lukla doch ganz froh. Wenn auf der Karte nicht "Airport" eingezeichnet gewesen wäre, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass diese staubige Buckelpiste tatsächlich eine Rollbahn ist.

Der erste Blick auf den Mount Everest

Ein Bild wie aus dem Märchen - rechts hinter dem dunklen Berg, blickt die Spitze des Mount Everest hervor und rechts ist die majestätische Ama Dablam zu sehen.
Ein Bild wie aus dem Märchen - rechts hinter dem dunklen Berg, blickt die Spitze des Mount Everest hervor und rechts ist die majestätische Ama Dablam zu sehen.

Was uns dann auf der Hochebene kurz vor Khunde erwartete, war einfach nur WOW. In leuchtenden gelb und orange Tönen breitete sich eine Grasfläche vor uns aus. Einzelne grüne Bäume standen verteilt in der Landschaft. Der strahlend blaue Himmel setzte sich kontrastreich von der Erde ab und am Horizont ragten die weißen Berge empor. Es waren nicht irgendwelche Berge - es war die 6.814 Meter hohe Ama Dablam, der 7.861 Meter hohe Nuptse und der 8.516 Meter hohe Lhotse. Hinter den Wolken zeigte sich die Spitze des 8.848 Meter hohen Mount Everest.

 

Zum ersten mal in einem Leben erblickte ich tatsächlich den Mount Everest - was für ein geiles Gefühl. Wobei mir eigentlich nicht speziell der Mount Everest die Sprache verschlug, sondern die unglaublich schöne Landschaft, vor der wir heute standen. 

Eine Landschaft, die einem die Sprache verschlägt

Eine kleine Stupa mit unzähligen Gebetsfahnen vor einer traumhaften Bergkulisse
Eine kleine Stupa mit unzähligen Gebetsfahnen vor einer traumhaften Bergkulisse

Nach unzähligen Fotos gingen wir auf einem gepflasterten Weg weiter. Immer wieder boten sich tolle Fotomotive, so zum Beispiel eine kleine Stupa mit Unmengen an weißen Gebetstüchern, die im Wind flatterten. Ich glaube unser Guide langweilte sich etwas, da wir ständig stehen blieben um zu knipsen. Aber wir waren einfach so geflasht - was will man machen ;-)

 

Wir näherten uns langsam dem Örtchen Khunde. Zwei Männer waren gerade dabei, das Eingangstor in das Dorf zu bauen. Mit Hammer und Meisel wurden die Steinblöcke noch von Hand geklopft - eine echt harte Arbeit.

 

 

Die Dörfer Khunde und Khumjung

Die Kuhfladen trocknen in der Sonne
Die Kuhfladen trocknen in der Sonne

Das Dorf wirkte baulich sehr neu. Jiten erklärte uns, dass es sich jedoch um ein sehr altes Dorf handelt. In Khunde gibt es auch ein Krankenhaus, welches von der Himalaya Foundation (gegründet von Sir Edmund Hillary) betrieben wird. Jährlich werden ca. 5.000 Einheimische und ca. 1.500 Ausländer (meist Trekker) behandelt. 

 

Entlang der mit Steinmauern eingesäumten Felder, liefen wir am Rande des Ortes vorbei nach Khumjung. Der Tag heute war herrlich warm. An den Steinmauern trockneten Kuhfladen - dem Heizmaterial in vielen Gegenden Nepals. Ab einer gewissen Höhe gibt es nicht mehr viele Bäume, die man als Feuerholz verwenden könnte. Die Kuhfladen gibt es jedoch immer, da in der Regel jede Familie Rinder/ Kühe hat.

Interessantes Dorfleben

Sind die Berge für diese nepalesische Frau genauso besonders wie für mich? Ich glaube auch sie genießt die Aussicht.
Sind die Berge für diese nepalesische Frau genauso besonders wie für mich? Ich glaube auch sie genießt die Aussicht.

In Khumjung besichtigten wir von außen noch ein Kloster. In diesem soll das legendäre Yeti-Skalp ausgestellt sein. Ob es den Yeti wirklich gibt, ist nach wie vor fraglich. Die Sherpas glauben jedoch fest an seine  Existenz. Außerdem gibt es in Khumjung die einzige weiterführende Schule in der Khumbu Region - die Hillary School

 

Wir legten in einer kleinen Lodge eine Mittagspause ein. Der süße Milchtee tat unseren rauen Hälsen gut. Vom starken Wind waren unsere Kehlen schon ziemlich ausgetrocknet. Es war ein nettes Restaurant, mit einer typisch eingerichteten Küche. Ein kleiner Feuerofen in der Ecke, einige Töpfe im offenen Regal, verschiedene Gefäße mit allerlei getrockneten Zutaten und Dörrfleisch, dass zum trocknen am Fenster hing. 

Das Everest View Hotel

Auf den Stufen des Everest View Hotels
Auf den Stufen des Everest View Hotels

Weiter ging`s und zwar bergauf. Es lief gut bei mir und ich fühlte mich super. Bisher hatte ich mit der Höhe keine Probleme und auch sonst keine Leiden. Gegen Nachmittag zog es langsam wieder zu und wurde kalt. Wir legten einen kurzen Stop beim Everest View Hotel auf 3.970 Metern Höhe ein.

 

Das Hotel ist scheinbar bei den japanischen Touristen besonders beliebt. Auf der Homepage des Hotels fand ich keine Zimmerpreise. Das muss was heißen - abartig teuer vermutlich. Die Zimmer werden sogar extra mit Sauerstoff angereichert und natürlich kann man sich auch hier mit dem Heli einfliegen lassen.

Blau, blau, blau blüht der Enzian

Wunderschöner Enzian schmückt den Weg
Wunderschöner Enzian schmückt den Weg

Ab hier ging es nur noch bergab. Auf den vertrockneten Wiesenhänge wuchsen zahlreiche Edelweiße. So viele hab ich noch nie auf einer Stelle gesehen. Leider waren auch diese ziemlich verdörrt. Wunderschönen Enzian sahen wir auch. Die Form der Blüten war wie bei uns. Anders war allerdings die blau/ weiß gestreifte Farbe.

 

Das letzte Stück steil hinunter nach Namche Bazar war wieder das gleiche, wie wir bereits morgens hinauf liefen. Ein Träger mit einer ungeheuren Last auf dem Rücken lief an uns vorbei. Er trug riesige Holzwände, die bestimmt über 90 Kilo auf die Wage brachten. Einfach unfassbar!!! 

Leckeres Essen

Auch hier in Nepal kennt man Schwarzwälder Kirschtorte
Auch hier in Nepal kennt man Schwarzwälder Kirschtorte

Nach ca. 5 Stunden kamen wir in Namche Bazar an und aßen noch lecker in einem kleinen Restaurant zu Mittag. Wir luden Jiten unseren Guide zum essen ein und er freute sich über sein Chicken Sizzler. Ich aß Momos - mit Gemüse gefüllte, gedämpfte Teigtaschen. Mhhhh, die waren unbeschreiblich lecker.

 

In der hauseigenen Bäckerei wurde gerade eine Schwarzwälder Kirschtorte zubereitet. Gespannt schaute ich dem Bäcker bei der Arbeit zu. Wäre ich nicht schon so satt gewesen, hätte ich mir noch ein Stück gegönnt.

Wer verirrt sich denn da?

Das Yak verirrt sich auf der Restaurant Terrasse
Das Yak verirrt sich auf der Restaurant Terrasse

Wir machten uns gerade zum gehen bereit, da schrien alle durcheinander. Ein Mann hielt uns die Türe zu und als wir durch die Glasscheiben blickten, war uns auch klar warum.

 

Ein Yak drehte völlig durch und rannte auf die Terrasse des Restaurants. Die Männer waren einige Zeit beschäftigt, das Tier wieder auf die Straße zu bringen. Wir beobachteten das ganze Spektakel sicher hinter Glasscheiben. Die Yaks können ganz schön aggressiv werden und unsere Guides achteten nicht um sonst penibel darauf, dass wir immer einen großen Schritt auf die Seite machten, wenn eine Yak-Herde an uns vorbei lief.

 

 

Leider geht es nicht für alle weiter

Oh je seh ich da schon wieder müde aus :-P
Oh je seh ich da schon wieder müde aus :-P

Wir bekamen mit, dass am Nachmittag ein Film vom Everest und den Sherpas kostenlos in einer kleinen Bar gezeigt wurde. Den schauten wir uns gemütlich an, bevor wir uns die erste (und vermutlich letzte) heiße Dusche während des Trekking-Trips gönnten.  Oh tat das gut.

 

Leider erfuhren wir von unserem Mitreisenden, der in Phagding zurück blieb, dass er sich immer noch nicht fit genug fühlte, am heutigen Tag nach Namche Bazar zu laufen. Am nächsten Tag mussten wir leider weiter und es würde immer schwieriger werden, uns wieder einzuholen. So ein Mist! Er tat mir Leid, vor allem nachdem ich heute diese traumhafte Landschaft sah. Ich hoffte sehr für ihn, dass er es zumindest bis hier her schaffte, um die tollen Berge von weitem zu sehen.

 

Gemütlich klang der Abend aus und es ging früh ins Bett.

Den GPX-Track findet ihr hier:

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Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Anne (Freitag, 23 Februar 2018 16:55)

    Wow! Wahnsinn, dass du es noch hinbekommst nebenbei Fotos zu machen. Respekt!

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