Nepal Everest-Trekking Tag 10 - von Pheriche (4.240 m) nach Phortse (3.810m)

Genuss pur

Fotostop an einer Mani-Wall. Im Hintergrund schmücken mächtige Vier-, Fünf- und Sechstausender das Bild
Fotostop an einer Mani-Wall. Im Hintergrund schmücken mächtige Vier-, Fünf- und Sechstausender das Bild

Die bevorstehende Etappe war voll und ganz zum genießen -  es ging tendenziell eher bergab, die Temperaturen wurden wärmer, die Landschaft war ruhig und rauh zugleich, ich fühlte mich fit und war guter Dinge und es gab einen unsagbar leckeren Apfelkuchen zum Lunch. Was will man mehr ;-)

 

Auf einem atemberaubend schönen Höhenweg, ging es immer oberhalb des Imja Khola entlang nach Phortse. Vor und hinter uns ragten bilderbuchhaft die Himalaya-Riesen empor und ließen uns wieder mal staunen und die Anzahl der Fotos auf unserer Kamera in die Höhe schnellen.

Oh happy day

Total dekorativ, diese Steine mit heiligen Texten.
Total dekorativ, diese Steine mit heiligen Texten.

Ach hatte ich gut geschlafen - zum ersten mal komplett durch und ohne Kopfschmerzen aufgewacht. Der Tag konnte also nur gut werden, wenn er schon so begann. Zum Frühstück bekam ich dann noch auf Nachfrage Zimt in mein Porridge, was mich gleich noch glücklicher machte.

 

Gut gelaunt und top fit (naja, so wie man sich halt nach 10 Tagen Nepal-Trekking fühlen kann), ging es dann um 08:15 Uhr los Richtung Phortse.

 

Gute Voraussetzungen

Wieder vereint :-)
Wieder vereint :-)

Der Weg war wunderschön und ich konnte ihn in allen Zügen genießen - Micha war wieder da und es ging ihm gut, es wurde langsam wärmer und die Aussicht war wieder mal bombastisch. Alles Voraussetzungen für mich, um wirklich genießen zu können.

 

Der Weg verlief oberhalb des Flusses Imja Khola. Hinter uns ragten die Himalaya-Riesen wie Nuptse, Lhotse und der Mount Everest empor. Morgen sollten wir den höchsten Berg der Erde zum letzten mal sehen. Also heute nochmals ab und zu umdrehen und genießen, genießen, genießen...

 

Viele Namen für einen Berg

Das ist er der Everest oder Sagarmatha oder Qumolangma
Das ist er der Everest oder Sagarmatha oder Qumolangma

"Mount Everest" ist übrigens gar nicht der ursprüngliche Name des Berges. 

 

Die Nepali nennen den Berg "Sagarmatha", nach dem auch der Nationalpark hier benannt ist. Der Name bedeutet so viel wie "Stirn des Himmels".

Von der tibetischen Seite ist der Everest auch zu bestaunen. Dort kann man sogar mit Motorrädern bis zum ersten Base Camp auf 5.200 Metern Höhe fahren. Die Tibeter nennen ihren Berg "Qomolangma" (deutsch: "Mutter des Universums").

 

Stop mit Süßheitsfaktor

Sind die beiden Racker nicht zucker-süß?
Sind die beiden Racker nicht zucker-süß?

Wir machten im Örtchen "Somare" eine kleine Teepause. Die Lodge war uns noch bekannt, da wir vor ein paar Tagen hier auch schon mal zu Mittag aßen.

Und yeah, die kleinen süßen Hundis waren auch wieder da!!!! Ich hätte sie sooooo gerne mitgenommen. Mein Charly daheim hätte sich bestimmt über ein paar Kumpels zum spielen gefreut.

 

Jiten unser Guide, brachte uns heute das Zählen auf nepali bei - eg, dui, di, dscha, badsch... Nach einer Weile lief es ganz gut. Er versuchte sich natürlich auch auf deutsch und brach sich dabei genauso die Zunge wie wir zuvor. Das sorgte für viel Gelächter, während es ganzen Weges.

 

Lecker-schmecker

Soooooo lecker, dieser kleine, frittierte Apfelkuchen
Soooooo lecker, dieser kleine, frittierte Apfelkuchen

Gemütlich ging es weiter nach "Pangboche". Obwohl wir immer tiefer kamen, hatte der Weg auch einige Steigungen zu bieten - das reinste auf und ab an diesem Tag. Wir liefen langsam, da es einigen mittlerweile erkältungstechnisch nicht so gut ging. Jiten sorgte sich ziemlich - er wollte nicht noch mehr mit dem Helikopter zurück schicken müssen. 

 

Ich gönnte mir einen total leckeren, noch warmen Apfelkuchen in Pangboche. Der war so mega lecker, dass mir beim schreiben und anschauen des Fotos schon wieder das Wasser im Munde zusammen läuft. Wisst ihr, wie man einen solchen Apfelkuchen macht? Dann her mit dem Rezept bitte ;-)

 

Entspannung muss sein

Hier wird noch auf dem Boden genäht
Hier wird noch auf dem Boden genäht

Die Lodge war so gemütlich und die wärmende Sonne auf meinem Nacken, die durch die Scheibe schien, tat so unsagbar gut. Ich spürte, wie sich so langsam jeder einzelne, vor Kälte versteifte Nackenmuskel, entspannte. 

 

Während ich die Lodge von innen genoss, saßen Micha und Guide Dill draußen in der Sonne und schauten dem Herren beim Nähen zu. Logos von allen möglichen Marken wie "The North Face" und "Mammut" lagen in einem Kästchen daneben und wurden bei Bedarf aufgenäht - make it real ;-)

 

Weiter geht`s

Auf dem Plateau auf der anderen Seite ist der Ort Tengboche zu erkennen
Auf dem Plateau auf der anderen Seite ist der Ort Tengboche zu erkennen

Ich konnte mich nur schwer von einem zweiten Stück Apfelkuchen und der Sonne hinter der Fensterscheibe los reißen. Aber es half alles nichts, wir mussten weiter.

 

Auf der gegenüberliegenden Flussseite konnten wir "Tengboche" erkennen. Das war der Ort von Tag vier, mit dem großen, sehr berühmten Kloster und dem tollen Blick auf den Everest. Wenn man genauer hin hörte und der Wind günstig stand, konnte man sogar die musikalische Zeremonie der Mönche hören.

 

Einfach unglaublich

Da kann man wirklich nur staunen
Da kann man wirklich nur staunen

Vielen Touristen begegneten wir heute nicht. Dafür kreuzten viele nepalesische Träger unseren Weg. Sie trugen keine Trekkingausrüstung von irgendwelchen Reiseunternehmen, sondern Stühle, Matratzen, ganze Bettgestelle, Holzbalken und Holzwände für die Lodgen oder teilweise für ihren Eigengebrauch. Unglaublich, was die auf ihrem Rücken tragen.

 

Ich fragte Jiten, wie viel Kilo ein Mann tragen kann und war regelrecht geschockt, als er mir antwortete: "a strong man 120 kilo". Da bleibt einem die Spucke weg, zumal ich am Tag davor noch erfahren hatte, dass ein Yak pro Seite 30 Kilo, also insgesamt 60 Kilo trägt. Das Geld ist knapp und sehr viel andere Möglichkeiten zu arbeiten gibt es hier nicht. Daher sind die meisten als Träger unterwegs.

 

Was bedeutet es ein Träger/Porter zu sein?

Mit dem leichten Tagesrucksack kann man die Touren wirklich sehr genießen
Mit dem leichten Tagesrucksack kann man die Touren wirklich sehr genießen

Packt man als Tourist seinen Rucksack ordentlich und bleibt unter 10 Kilo, ist das Gewicht also ein Klacks für einen nepalesischen Träger, selbst wenn er zwei Rucksäcke auf einmal trägt.

Bezahlt man den Träger dann noch ordentlich, hat man im Endeffekt etwas Gutes getan. Der Mann (oder in seltenen Fällen eine Frau), kann seine/ihre Familie damit versorgen. Denn die leben zwar in der Regel von Landwirtschaft und bauen alles an, was sie zum Leben brauchen. Aber Ernteausfälle gibt es immer wieder und man muss sich Nahrungsmittel zukaufen. Hütten und Häuser bauen sich auch nicht ohne Baustoff und über Kleidung, eine Decke oder Kochgeschirr ist jeder froh.

 

Das zu wissen, macht es einem leichter, sein Gepäck von Menschen tragen zu lassen. Auch ich musste mich daran gewöhnen, finde es unter den oben genannten Gesichtspunkten aber eine gute Sache.

 

Ende gut, alles gut

Popcorn geht auch immer, wenn ihr mich fragt ;-)
Popcorn geht auch immer, wenn ihr mich fragt ;-)

Um 15 Uhr kamen wir in Phortse an. "Dillkumar!!!", rief es von weitem aus der Lodge heraus. Unser Guide Dill (Spitzname) wurde fröhlich von seiner Cousine gerufen, die hier in der Lodge arbeitete. Die beiden umarmten sich glücklich - schon lange hatten sie sich nicht mehr gesehen.

 

Wir wurden mächtig umsorgt und ich aß den besten Dal Bhat in ganz Nepal. Dal Bhat ist sozusagen das Nationalgericht hier und besteht aus Reis, Linsen, einem Gemüse-Curry, Sak (ähnlich Spinat) und manchmal etwas Fleisch. Zum Milchtee wurde dann noch Popcorn gereicht.

 

So gut wie der Tag angefangen hatte, so endete er auch :-) 

 

Den GPX-Track findet ihr hier:

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