Nepal Everest-Trekking Tag 6 - von Dingboche (4.410m) nach Chhukhung (4.730m)

Bettruhe - mhhhhh, lass mal überlegen...NEIN ;-)

Wieder ist die wunderschöne Aba Dablam im Bild
Wieder ist die wunderschöne Aba Dablam im Bild

Obwohl ich die Order hatte im Bett zu bleiben, ging Dickkopf-Myri heute los nach Chhukhung. Wir waren heute nur zu dritt unterwegs und unser jüngster Mitreisender stand zum ersten mal auf knapp 5.000 Metern Höhe, was natürlich total schön für uns alle war.

 

Die unerträgliche Kälte, vor allem auch nachts, machte mir langsam ziemlich zu schaffen. Ich würde fast behaupten, dass die Kälte für mich das Härteste während des Trekkings war. Das Laufen, die Höhe, und die hygienisch anderen Bedingungen machten mir wenig bzw. gar nichts aus bisher. Aber das ständige verspannt sein und die Halsschmerzen vom eisigen Wind zehrten so langsam.

Kalt, kälter, am kältesten

Oh freu ich mich wieder auf mein eigenes, warmes Bett
Oh freu ich mich wieder auf mein eigenes, warmes Bett

Die Nacht war bitterkalt. Als ich morgens aus dem Fenster unseres Zimmers schauen wollte, stellt ich fest, dass dieses von innen komplett zugefroren war. Ich hatte rasende Kopfschmerzen. Vermutlich schlief ich aufgrund der Kälte total verspannt und das harte Bett trug auch noch seinen Teil dazu bei. Es zog vom Nacken bis in die Schläfen und war sehr unangenehm. Unangenehm war auch das Zähneputzen mit eisigem Wasser, wo wir erstmal ein Loch durch die Eisschicht schlagen mussten. Was für ein Morgen, dachte ich mir. Kann ja eigentlich nur besser werden ;-) 

 

Da heute unser Pausentag war, frühstückten wir gemütlich erst um 8 Uhr. 

Im Bett bleiben, nein danke

Mit hochgekrämpelten Ärmeln, konnte man nur die ersten paar Minuten laufen, dann wurde es auch schon wieder kalt
Mit hochgekrämpelten Ärmeln, konnte man nur die ersten paar Minuten laufen, dann wurde es auch schon wieder kalt

Ein Teil unserer Gruppe startete heute schon eine Stunde vor uns nach Chhukhung. Mir verordneten sie eigentlich Geh-Verbot. Ich sollte im Bett liegen bleiben und meine Erkältung auskurieren, die natürlich mit den vorherrschenden Bedingungen bisher keinen deut besser wurde.

 

An sich fühlte ich mich aber gut und ich hatte einen Bewegungsdrang, der mich nicht zum sitzen zwingen konnte. Also machte ich mich um 09:30 Uhr mit meinem Mann Micha und Daniel auf nach Chhukhung.

 

 

Auf nach Chhukhung

Im Hintergrund sieht man noch die Blech-Dächer von Dingboche
Im Hintergrund sieht man noch die Blech-Dächer von Dingboche

Wir liefen sehr langsam - immerhin hatten wir es heute überhaupt nicht eilig und ein bestimmtes Ziel mussten wir auch nicht erreichen. Ob wir nun nach Chhukhung kamen oder nicht, war uns relativ egal. Wir konnten jederzeit umdrehen. Das zu wissen, erleichterte mich. Irgendwie fühlte ich mich heute etwas schlapp. Das langsame Tempo kam mir also sehr entgegen.

 

Was mir auch sehr gelegen kam, war unser stetiger Schritt. Wir machten keine Pausen und das ersparte mir das lange Warten in der Kälte. Meinem verspannten Nacken tat es auch gut und die Kopfschmerzen gingen mit der Bewegung schnell weg.

Gut gegen die Erkältung

Gesund und auch noch lecker ist der Sanddorn hier
Gesund und auch noch lecker ist der Sanddorn hier

Unterwegs pflückten wir immer wieder die kleinen, orangefarbenen Beeren von den Sträuchern und mampften sie - es war Sanddorn.

 

Das Ursprungsland von Sanddorn ist übrigens Nepal. Habt ihr das gewusst? Ich nicht.

Mittlerweile wächst er natürlich in vielen anderen Ländern und ist weit verbreitet. Bekannt ist Sanddorn für seinen überdurchschnittlich hohen Vitamin C Gehalt. Je nach Sorte kann Sanddorn im Vergleich zur Zitrone 16x mehr Vitamin C haben. Das ist schon enorm.

 

Also, auf jeden Fall gut gegen meine Erkältung, redete ich mir ein und falls es nur ein Placebo-Effekt ist,  schadet das ja auch nicht. Lecker waren sie zudem auch noch. Mittlerweile hatte ich sowas von Heißhunger auf frisches Obst, was es natürlich nicht gab. Da waren die sauren Sanddorn-Beeren eine willkommene Abwechslung.

 

Innen schöner als außen

Gott seh ich scheiße aus - die ungeschminkte, kranke Wahrheit ;-)
Gott seh ich scheiße aus - die ungeschminkte, kranke Wahrheit ;-)

Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir auf 4.730 Metern Höhe in Chhukhung an. Das Dorf (wenn man es überhaupt so nennen kann) ist nicht schön. Sehr große, langgezogene Blechhütten stehen mitten in der Pampa rum. Der Ort wirkte irgendwie verlassen - keine Kinder spielten vor den Häusern, auch Erwachsenen und Tiere sah man keine. Chhukhung ist der letzte Ort vor dem Island Peak Base Camp. Dementsprechend riesig waren auch die Lodges - mehr Masse statt Klasse.

 

Wir liefen ein wenig umher und hielten nach einer Lodge Ausschau, in der wir etwas zum Mittag essen konnten. Von außen sah alles wenig einladend und verlassen aus. Als wir dann aber in eine rein gingen, war es innen gar nicht so ungemütlich und der Käse-Toast war auch lecker.

Eisige Bedingungen

Der Anblick lässt mich jedes mal frieren
Der Anblick lässt mich jedes mal frieren

Frisch gestärkt und etwas aufgewärmt, überquerten wir einen Fluss. Dicke Eisschichten zogen sich über die Steine und machten die Kälte nicht nur spürbar sondern auch sichtbar.

 

Der Wind, der schon den ganzen Tag über stark blies, trocknete meine Kehle aus. Meine Halsschmerzen wurden zusehend schlimmer. Fürs nächste Trekking muss ich auf jeden Fall Halsschmerz-Tabletten einpacken, dachte ich mir und ärgerte mich zugleich, dass ich die nicht in meine Reiseapotheke eingepackt hatte.

Bisher höchster Punkt während des Trekkings

Daniels erste 5.000
Daniels erste 5.000

Auf der Karte sahen wir, dass der Ama Dablam Gletscher nicht weit von uns entfernt lag. Unser nächstes Ziel stand also fest, wir wollten den Gletscher sehen. Dazu mussten wir aus unserer Senke raus kommen und stiegen eine Gletschermoräne empor.

 

Da kam unser Puls dann auch etwas in Fahrt, als wir auf einmal auf knapp 5.000 Metern Höhe standen. Micha und ich waren zwei Jahre zuvor das erste mal auf dieser Höhe, als wir auch in Nepal unterwegs waren (hier gehts zum Artikel). Für Daniel war es sicherlich ein Highlight, da er zum Ersten mal so weit oben stand.

Leider keine so gute Sicht

Hier wäre eigentlich Nuptse und Lhote zu sehen gewesen - naja, den unteren Teil sieht man zumindest, die Gipfel müsst ihr euch vorstellen
Hier wäre eigentlich Nuptse und Lhote zu sehen gewesen - naja, den unteren Teil sieht man zumindest, die Gipfel müsst ihr euch vorstellen

Die umliegenden Berge wie Island Peak (6.189m), Ama Dablam (6.856m), Nuptse (7.861m) und Lhotse (8.414m) waren leider oft vom Nebel verhangen. Ab und an erhaschten wir aber einen Blick auf die mächtigen Eisflanken der Kolosse und waren sehr beeindruckt.

 

Wäre es nicht so bitterkalt gewesen, hätten wir sicher noch länger auf eine bessere Sicht gewartet. Aber selbst den beiden Männern war es zu kalt und so stiegen wir rasch wieder ab.

 

 

Großes Wiedersehen

Direkt von uns die 6.856 Meter hohe Ama Dablam
Direkt von uns die 6.856 Meter hohe Ama Dablam

Um ca. 15 Uhr kamen wir wieder in Dingboche an. Und was macht man zu dieser Zeit so? Richtig, Kaffee trinken und Kuchen essen :-)

In einer netten Bäckerei kauften wir köstliche Zimtschnecken und Schokodonuts. Auch eine Flasche Sanddorn-Saft gönnten wir uns, der hier scheinbar abgefüllt und vermarktet wird. 

 

Zu unserer aller Freude, stießen Karin und Elke wieder zu uns, die einen Tag länger in Tengboche blieben, weil es ihnen gesundheitlich nicht gut ging. Der Ruhetag hatte sich gelohnt, ihnen ging es wieder super und wir freuten uns sehr, dass sie wieder hier waren. Wolfgang, der ebenfalls vor zwei Tagen zurück ging, kam mittlerweile in Namche Bazar an, wo er auf unseren ersten Abkömmling Micha stieß. Die beiden waren also auch wieder vereint.

Hiobsbotschaften für morgen

Blick aus unserem Zimmerfenster (wohlgemerkt geöffnet, denn die Scheibe fror ja zu)
Blick aus unserem Zimmerfenster (wohlgemerkt geöffnet, denn die Scheibe fror ja zu)

Unser Guide Jiten erzählte mir beim Abendessen, dass der nächste Ort "Lobuche" bei ihm, unseren Porten und auch sonst bei den ganzen Einheimischen sehr unbeliebt sei.

Ich fragte ihn: "warum?"

 

Mit seinem schlechten Englisch sagte er dann (meins ist übrigens auch nicht besser, daher konnten wir uns glaube ich auch so gut unterhalten. Das perfekte Englisch der Anderen verstand er nämlich oft nicht):

 

"Lobuche is very, very cold. Lobuche is the coldest place here"

 

Oh je, oh je, ob ich das als Frostbeule-Nummer-1 überstehen würde...

Den GPX-Track findest du hier:

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