Mittenwalder Höhenweg

Genuss pur auf einem der schönsten Klettersteige im Alpenraum

Der Mittenwalder-Höhenweg zählt zu den schönsten Grat-Klettersteigen im Alpenraum. Über wunderschöne Grate sind die zahlreichen Felsspitzen, die man erklimmt, miteinander verbunden. Der Höhenweg ist technisch nicht schwierig. So kann man die wunderschöne Aussicht an jeder Stelle des Steigs ausgiebig genießen. Mit einer Länge von insgesamt knapp 7 Stunden, sollte man den Klettersteig trotzdem nicht unterschätzen. Denn Konzentration ist während der gesamten Zeit stets gefragt.

 

Zahlen, Daten, Fakten:

Schwierigkeit B (eine C Stelle)

Dauer gesamt: 6-7 Stunden

Dauer klettern: 2,5 Stunde

Dauer Zustieg: 15 Minuten (ab der Bergstation)

Dauer Abstieg: 3,5 Stunden

Höhenmeter: 500m

Hinauf mit der Bahn und man befindet sich in einer anderen Welt

Blick auf die Karwendelbahn und die Westliche Karwendelspitze.
Blick auf die Karwendelbahn und die Westliche Karwendelspitze.

Nachdem wir an unserem Bergwochenende bereits den Wankspitze- und Adler-Klettersteig unsicher gemacht hatten, war der Mittenwalder-Höhenweg der perfekte Ausklang unserer drei Tage. Ein relativ einfacher Klettersteig der Schwierigkeit B, der mit 6-7 Stunden Gesamtzeit trotzdem recht tagesfüllend ist. Von unserer Pension in Telfs waren es nur ca. 35 Minuten mit dem Auto zum Ausgangspunkt. Fährt man mit der Seilbahn der Karwendelbahn nach oben, hat man den Einstieg auch fast direkt vor der Nase.

 

Für einen Montagmorgen, war hier oben schon eine Menge los. Zahlreiche Rentner genossen die Aussicht auf einem der vielen Bänkchen entlang des Panorama-Rundwegs. Die Aussicht war bereits hier phänomenal. Vor allem der Blick auf die westliche Karwendelspitze, mit ihren schroffen Zacken. Ich kam mir tatsächlich ein bisschen vor wie in den Dolomiten. Auf die Westliche Karwendelspitze führt übrigens auch ein kurzer Klettersteig (Schwierigkeit C, Dauer ca. 45min).

 

Landschaftlich ein wahrer Genuss

Zwischen den einzelnen Graten und Spitzen gibt es immer wieder entspannte Gehpassagen.
Zwischen den einzelnen Graten und Spitzen gibt es immer wieder entspannte Gehpassagen.

Wir zogen unsere Gurte, Helme und Klettersteigsets an und stürzten uns ins Vergnügen. Erstmal ein Stück abklettern und über eine Leiter wieder hoch. Eine kleine Querung am Fels und schwupps, standen wir schon auf der ersten Fläche am Gatterl. Das zeigt ziemlich gut die Charakteristik dieses Steigs - ein Auf und Ab über Felsköpfe und kleinere Gipfel, mal über Leitern oder Stahltrittte und immer mit fantastischen Aussichten ins Tal und auf die imposante Bergwelt des Karwendels und noch viel, viel weiter. 

 

Ich war wirklich schwer beeindruckt von dieser Gegend hier. Obwohl der Steig echt einfach ist, möchte ich ihn nicht missen. Zum entspannen und runter kommen, war diese Tour nach dem schwierigen Adler-Klettersteig am Vortag ein wahrer Genuss.

 

Und immer schön weiter machen

Auf diesem wunderschönen Grat geht es weiter. Über den letzten, massiven Berg geht es auch noch drüber, bis wir am Ende sind.
Auf diesem wunderschönen Grat geht es weiter. Über den letzten, massiven Berg geht es auch noch drüber, bis wir am Ende sind.

Auch für unseren Gestürzten am Vortag war es gut und wichtig, dass er gleich wieder mit Klettersteigen weiter machte. So eine Angst in den Knochen kann sich im Kopf ziemlich verfestigen, wenn man sich an die Sache nicht mehr ran traut. Die beste Medizin ist da wirklich gleich weiter machen. 

 

Anders als an der Karwendelbahn hatten wir den eigentlichen Steig weitestgehend für uns allein. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Klettersteig am Wochenende recht überlaufen ist. Aufgrund der leichten Schwierigkeit kann sich hier ein ziemlich großes Publikum austoben. 

 

Zeit zum Kaiserschmarren essen, ähhhh Abstieg einplanen

Noch hoch zur Sulzleklammspitze und dann haben wir es fast geschafft.
Noch hoch zur Sulzleklammspitze und dann haben wir es fast geschafft.

Wir näherten uns dem Schlussanstieg am Ende. Auf die Sulzleklammspitze, die sich vor uns erhebt, mussten wir noch drüber. Sieht schwieriger aus, als es ist und die Steinschlaggefahr an der Rinne stellt wohl die größte Gefahr dar. Ach, ist das eine schöne Aussicht und was für ein gelungener Tag. Wobei, runter müssen wir ja auch noch.

 

Genügend Zeit für den Abstieg sollte man in jedem Fall einplanen. Mit 2,5 Stunden ist man nicht gerade fix wieder im Tal und zum Parkplatz der Karwendelbahn muss man ebenfalls noch zurück laufen. Und dann kommt da noch die urige Brunnensteinhütte, an der man nicht wirklich vorbeilaufen mag. Den Kaiserschmarren und die Buttermilch kann ich wirklich sehr empfehlen. Nächtigen kann man hier übrigens auch.

 

Wie war's? Mein Fazit

Von unten hat man nochmals einen Blick auf den kompletten Grat des Klettersteigs.
Von unten hat man nochmals einen Blick auf den kompletten Grat des Klettersteigs.

Der einfache Klettersteig punktet durch seine spektakuläre Aussicht. Das helle Dolomit- und Kalkgestein ließ atemberaubende Felsformationen entstehen. An manchen Stellen erkennt man richtig gut die Auffaltung des Gebirges. Der Steig verläuft größtenteils oben am Grat entlang. Aufgrund der einfachen Schwierigkeit (B und einer C Stelle), kann man zu jeder Zeit die Aussicht ausgiebig genießen. Am gefährlichsten sind meiner Meinung nach eher die ungesicherten Stellen zwischen den einzelnen Gipfel. Hier geht es meist steil bergab, auf rutschigem Geröll. Von mir ein ganz klares "Daumen hoch" für diesen Klettersteig.

 

Hier findet ihr die Topo und die genaue Beschreibung:

https://www.bergsteigen.com/touren/klettersteig/mittenwalder-hoehenweg/

 

Wie hat euch der Artikel gefallen?

Wäre das vielleicht auch eine Tour für euch?

 

Schreibt mir gerne in den Kommentaren.


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Kommentare: 1
  • #1

    Eva Augeneder (Mittwoch, 05 Februar 2020 19:46)

    Toller Bericht! Habe ich mir auf meine To Do Liste gesetzt. Das ist genau Mein's! Danke!

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