Aktive Auszeit auf Menorca Teil 2

Mit dem Drahtesel zum Picknick am Meer

Menorca - eine noch sehr naturbelassene Insel für Outdoor-Liebhaber, genauso wie für kulturell Interessierte. Wir waren mit Wikinger Reisen eine Woche lang aktiv auf der Insel unterwegs und haben einiges erlebt und gesehen.

 

An diesem Tag stand eine Fahrradtour auf dem Programm. Nach einer Stadtbesichtigung durch das malerische Ciutadella ging es vorbei an Feldern und Gehöften zur prähistorischen Siedlung Son Catlar. Unser mediterranes Picknick genossen wir an der Bucht Son Saura. Traumhaft war dieses Fleckchen Erde, wo uns das Meer in kräftigem Türkis entgegen leuchtete. 

 

Ein rundum gelungener Tag und trotzdem hatte ich schon Wochen vor diesem Programmpunkt einen gehörigen Respekt. Warum? Lest weiter ;-)

 

Phänomen in Ciutadella

Der Naturhafen von Ciutadella
Der Naturhafen von Ciutadella

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es gemütlich mit dem Bus nach Ciutadella, der ehemaligen Hauptstadt der Insel. Amir unser Guide, steuerte gleich zum Infoschalter: "hier gibt es kostenlos Stadtkarten, ganz hilfreich bei den vielen kleinen Gassen", meinte er.

 

Ruhig lagen die kleinen Boote im Naturhafen von Ciutadella. Das ist wohl nicht immer so. Gelegentlich kommt es hier zu einem Naturphänomen, das bisher unerklärlich ist. "Rissaga" nennen es die Einheimischen. Das komplette Wasser wird aus der Bucht herausgesaugt und kommt dann als Mini-Tsunami, sprich einer riesigen Welle wieder zurück. Nicht selten entstehen dadurch auch Schäden.

 

Teilzeit Natur-Mädel

Amir erklärt uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Amir erklärt uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Vorbei am Obelisken, der an den Piratenüberfall im 16. Jahrhundert erinnern soll, ging es in die Altstadt. Amir erklärte uns einiges über die kulturellen Hintergründe der Stadt. Während meine lieben Mitreisenden sich in einem Café niederließen, erkundete ich noch ein bisschen die netten kleinen Geschäfte der Stadt. Ich muss gestehen, so gerne ich Outdoor in der Natur unterwegs bin, so gerne ist mein Herz auch dem Shopping verfallen ;-)

Gut, dass hier auf Menorca beides nicht zu kurz kommt.

 

In einem landestypischen Lebensmittelgeschäft kauften wir frisches Obst, Wurst, Käse, Brot und Oliven für unser späteres Picknick am Stand. Mhhhh, mir lief jetzt schon das Wasser im Munde zusammen. Ich liebe einfach mediterranes Vesper.

 

Meine größte Sorge

Ok, der Gesichtsausdruck spricht Bände - hahahaha
Ok, der Gesichtsausdruck spricht Bände - hahahaha

Beladen mit leckerem Essen ging es zum Fahrradverleih velosjoan. Vor diesem Programmpunkt hatte ich schon Tage vor dem Urlaub Schiss. Warum, fragt ihr euch jetzt sicher und ehrlich gesagt ist es mir ein bisschen peinlich. Ich bin seit fast 15 Jahren auf keinem Fahrrad mehr gesessen. So, jetzt ist es raus...*schäm*

Nach meinem ersten Bandscheibenvorfall damals, hatte ich totale Schmerzen beim Rad fahren. Irgendwie tat mir die Sitzhaltung nicht mehr gut. Irgendwann gab ich es dann komplett auf, verkaufte mein Rad und versuchte es auch nie mehr. Bis heute...

 

"Fahrradfahren verlernt man nicht, stell dich bitte nicht so an", spottete Micha. Ich hatte sowas von mega Schiss, das könnt ihr mir gar nicht glauben. Noch dazu kam, dass wir das erste Stück in der Stadt fahren mussten. Ich hasste es früher schon, wenn Autos dicht an mir vorbei fuhren.

 

Auf los geht's los - ahhhhh

Dieser rote Mohn, einfach wunderschön, vor allem in der Kombi mit dem blauen Himmel
Dieser rote Mohn, einfach wunderschön, vor allem in der Kombi mit dem blauen Himmel

Nach einer kleinen Probefahrt in der Straße vor dem Geschäft, ging es auch schon los. Zeit zum Nein-sagen blieb mir keine. "Bleib bitte bei mir", sagte ich ängstlich zu Micha, bevor ich dann mit schweißnassen Händen durch die Stadt von Ciutadella strampelte. Also beim Bergsteigen hab ich nicht eine solche Angst, wie die ersten Minuten hier auf diesem Drahtesel. 

 

Aufatmen konnte ich erst, als wir die Stadt verließen. Wunderschön war dieser Weg im Hinterland von Menorca. Vorbei an zahlreichen Feldern, urigen Gehöften, Kühen und Schweinen ging es nach Son Catlar. Der Mohn blühte rot leuchtend am Wegesrand und schien mich so langsam zu beruhigen. 

 

Prähistorische Siedlung Son Catlar

Nicht viel blieb vom Heiligtum in Son Catlar übrig. Die Vorstellungskraft war gefragt.
Nicht viel blieb vom Heiligtum in Son Catlar übrig. Die Vorstellungskraft war gefragt.

An der prähistorischen Siedlung Son Catlar stellten wir unsere Räder ab und besichtigten zu Fuß dieses ungewöhnliche Denkmal aus vergangener Zeit. Um ca. 550 v. Chr. war Son Catlar die größte Siedlung der Insel. Noch vollständig erhalten ist die 870 Meter lange Zyklopenmauer, welche die Siedlung umfasst. Im Inneren liegen große, weiße Steine aufgebaut, teilweise umgestürzt , angeordnet, und überwuchert. Mit viel Fantasie kann man sich ein Bild machen, wie es hier wohl mal ausgesehen hat. Wir genossen die Stille an diesem ehrfürchtigen Ort.

 

Zurück an den Fahrrädern umrundeten wir die Mauer auf einem Wiesenweg. Erstaunlicherweise machte mir das holprige fahren auf der Wiese mehr Spaß als auf dem Asphalt.

 

So langsam konnte ich mich entspannen

Sehr typisch für Menorca sind die zahlreichen Trockenmauern
Sehr typisch für Menorca sind die zahlreichen Trockenmauern

Die 5 Kilometer bis kurz vor den Strand mussten wir dann doch wieder auf asphaltiertem Weg zurücklegen. Ich fühlte mich immer wohler. Das lag zum einen daran, dass ich das Rad besser im Griff hatte. Hinzu kam, dass wir seit Son Catlar keiner Menschenseele begegnet sind und den Weg für uns allein hatten. Ich musste also nicht auf irgendwelchen Verkehr achten.

 

Wir bogen in ein Kiefernwäldchen ein. Auf einem kleinen Pfad ging es über Wurzeln, Steine und Sand zur Bucht "Platja Son Saura". 

 

Oh man, ist das hier schön. Trotz des bedeckten Himmels strahlte und das türkise Meer entgegen. Was für ein traumhafter Platz für ein Picknick hatte uns Amir da ausgesucht.

 

Picknick an der Bucht Son Saura

Die Bucht Son Saura. Im Mai ist hier nicht viel los.
Die Bucht Son Saura. Im Mai ist hier nicht viel los.

Wir hockten uns auf die glatten Steine nahe des Wassers und packten unsere Köstlichkeiten aus. In der Natur zu picknicken ist so verdammt einfach und so verdammt schön. Das sollten wir echt viel, viel öfter machen. Gut, so ein tolles Meer hab ich natürlich nicht täglich vor der Haustüre. Aber letztlich ist es auch egal wo man sich befindet, es gibt auf der ganzen Welt zahlreiche schöne Outdoor-Plätzchen. Ein Phänomen, dass ich immer wieder feststelle - draußen schmeckt alles immer tausendmal besser. Geht euch das auch so?

 

Wir hielten uns eine Weile an diesem tollen Ort auf. Einige spielten Frisbee und ich wagte mich mit Micha und Carsten in das 18 Grad kalte Wasser. Wir waren im Mai hier und dementsprechend frisch war das Meer noch. Im Sommer hat es hier bestimmt Badewannentemperatur, weil das Meer relativ weit flach rein geht.

 

Hängematten-Feeling

Gechillt abhängen ;-)
Gechillt abhängen ;-)

Zwei Bäume standen in einem perfekten Abstand zueinander, da musste ich einfach meine neue Hängematte von AMAZONAS ultra-light* ausprobieren. Das Ding ist echt cool und saupraktisch. Zusammengepackt ist sie nicht größer als zwei Taschentuchpackungen und total leicht (180g). Kein Wunder, denn das Material besteht aus hautfreundlichem Nylon, dass an Fallschirmseide erinnert. Die Hängematte kann also wirklich immer mit auf Tour (es sei denn es gibt keine Bäume, dann macht es wenig Sinn ;-)).

 

Dann mussten wir leider wieder los, wir hatten ja noch ein Stück zu radeln vor uns.

 

Den Tag mit einem Kaffee ausklingen lassen

Auf der Terasse des Restaurants Bahia in Santandria mit Blick auf die "Piraten-Bucht"
Auf der Terasse des Restaurants Bahia in Santandria mit Blick auf die "Piraten-Bucht"

Das Wetter wurde immer besser und als wir im Örtchen Santandria ankamen, holte sich der ein oder andere schon einen kleinen Sonnenbrand ab. Kein Wunder, im Mai waren wir alle noch etwas bleichi ;-)

 

Amir führte uns zum Restaurant Bahia, das direkt an der Kopfseite der Bucht liegt. Diese Bucht ist wirklich der Hammer und erinnert einen sofort an irgendwelche Piratengeschichten. Entspannt tranken wir einen Kaffee auf der Terasse und genossen diese fabelhafte Aussicht. Schöner könnte ein Cafe nicht gelegen sein.

 

Zurück ging es wieder nach Ciutadella und ein traumhafter Tag mit Wikinger-Reisen ging zu Ende. Ach ja, und Fahrradfahren wird trotzdem niemals zu meinen Lieblingssportarten gehören. Ein herzliches Dankeschön an meine liebe Gruppe, die geduldig das Tempo nach mir anpasste.

 

*Werbung|Anzeige:

Die Reise habe ich über eine offizielle Ausschreibung von Wikinger-Reisen gewonnen. Mit Text und Foto konnte sich jeder/jede darauf bewerben. Zusammen mit zwei anderen Pärchen hatten wir diese Reise gewonnen. Die Inhalte dieses Artikels sind meine ehrliche Meinung und wurden durch nichts beeinflusst. Auch wurde ich nicht dazu verpflichtet, einen solchen Artikel zu verfassen. Ich fand die Reise einfach rundum gelungen und möchte euch daher gerne daran teilhaben lassen.

Die o.g. Hängematten von AMAZONAS habe ich auf einer Messe geschenkt bekommen. Auch hier wurde ich nicht verpflichtet darüber zu berichten. Dass diese Hängematte einfach mega praktisch ist, ist einfach eine Tatsache und meine uneingeschränkte, ehrliche Meinung.

Den GPX-Track der Tour findest du hier:

Den passenden Menorca Wanderführer findest du hier.

Bei dem Link handelt es sich um einen Werbelink. Kaufst du über diesen Link ein, bekomme ich vom Anbieter eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Kaufpreis nichts. Die Provision wird für den Erhalt der Webseite genutzt.

Habt ihr auch schon etwas jahrelang nicht mehr gemacht und jetzt ein bisschen Schiss, es wieder anzugehen? Wie geht ihr damit um?

 

Schreibt mir gerne in den Kommentaren.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Puls der Freiheit Newsletter

Facebook

Instagram