Sardinien Teil 6: Durch die Oridda Schlucht

Rother Wandertour Nr. 56

Heute steht die erste Schluchtenwanderung auf Sardinien auf dem Plan - die Oridda Schlucht.

 

Auszug aus dem Rother Wanderführer Sardinien* zur Tour:

"Kletterbegeisterte Wanderer kommen bei dieser Runde voll auf ihre Kosten. Die Kraxelei in der wilden Granitlandschaft des Riu d'Oridda mit seinen Kaskaden, Stromschnellen und Badebecken ist eine reizvolle Herausforderung..."

 

Ich freute mich riesig auf diese Tour. Was gibt es besseres, als sich neben dem Wandern noch im Wasser zu erfrischen. Und los geht`s....

 

Immer diese Autofahrerei

Blick auf die Oridda Schlucht
Blick auf die Oridda Schlucht

Die letzten Meter der Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung, waren wie bisher immer, sehr holprig. Jedes mal bin ich froh, endlich aus dem Auto steigen zu können. Bin einfach nicht für`s sitzen gemacht (mhhhh, und was mache ich den ganzen Tag im Büro!?!?).

 

Wir parkten auf den vorgesehenen Parkplätzen und waren wie so oft das einzige Auto.

 

Wir stiegen aus unserem kleinen Panda und zum ersten mal sah ich einen Eukalyptuswald. Natürlich musste ich gleich mal ein Blatt zwischen den Fingern reiben und daran riechen. Duftete wirklich sehr gut.

Wo kann man hier baden???

Schon bald standen wir am Beginn der Oridda Schlucht. Die Enttäuschung war groß - von wegen Wasserfälle, Stromschnellen und Badebecken. Was wir vorfanden, war eine ausgetrocknete Schlucht. Kleine Pfützen blieben teilweise erhalten, aber baden wollte in der abgestandenen Brühe sicher keiner.

 

Die anfängliche Enttäuschung legte sich jedoch bald. Es machte einfach mega viel Spaß, an den glattgeschliffenen Felsen hochzuklettern.

 


Vorstellen kann man sich vieles

Die einzige Seil versicherte Passage
Die einzige Seil versicherte Passage

Eine kleine Passage war zusätzlich mit einem Seil gesichert. Teilweise war es auch gar nicht so einfach, auf den glatten Granitfelsen halt zu finden. Besondern wenn der Fels steil nach unten abfiel und wir diesen weiter oben queren mussten. Da war es teilweise ziemlich hilfreich, seine Hand als Stütze am Fels zu lassen.

 

Aufgrund der glattgeschliffenen Felsen, hatten wir eine gute Vorstellung, mit welcher Wucht hier teilweise das Wasser heruntergeschossen kommt. Wirklich sehr schade, dass wir dies nicht erleben durften.

 

 

Baguette statt Wasserfall

Yam, Yam Yam - hatte ich es schon erwähnt, sardische Wurst und Käse - total lecker... Ja ich weiß, ich wiederhole mich ;-)
Yam, Yam Yam - hatte ich es schon erwähnt, sardische Wurst und Käse - total lecker... Ja ich weiß, ich wiederhole mich ;-)

An diesem Tag war es wieder übel heiß. Was für eine willkommene Abkühlung wäre das jetzt gewesen, im Badebecken unter dem 45 Meter hohen Wasserfall zu plantschen. Kein Tröpfchen kam von diesem herunter und das Badebecken war wie die anderen Pfützen veralgt und abgestanden :-(

 

Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen auf den Steinen und machten erst mal ein Mittagspäuschen. Auf den kühlen Steinen zu liegen war auch sehr angenehm und der sardrische Käse und Schinken gaben wieder genügend Energie zum weiterklettern.

Punta Piscina Irgas

Auf dem Gipfel "Punta Piscina Irgas" mit traumhaftem Ausblick auf die Oridda Schlucht und das Hinterland
Auf dem Gipfel "Punta Piscina Irgas" mit traumhaftem Ausblick auf die Oridda Schlucht und das Hinterland

Das nächste Stück war gar nicht ohne. Eine steile Flanke mussten wir hinaufklettern. Das Gestein war locker und bröselig. Die trockene Erde war rutschig und wir mussten aufpassen, das wir nicht abrutschten oder Felsen lostraten.

 

Entspannter wurde dann das nächste Stück -  ein schöner, kleinen Pfad, der stetig ein bisschen anstieg. Das letzte Stück bis zum Gipfel "Punta Piscina Irgas" ging dann wieder über Felsen.

 

Auf dem Gipfel angekommen, hatten wir einen beeindruckenden Blick in die Schlucht und das bergige Hinterland. Nach einem kurzen Fotostop ging es aber gleich weiter. Wir mussten dringend aus der Sonne raus.

Auf Entdeckungstour

Ja nicht von den Steinen plumpsen und in der Dreckbrühe landen
Ja nicht von den Steinen plumpsen und in der Dreckbrühe landen

Der Abstiegsweg verlief dann zum Glück im Schatten von Bäumen und Sträuchern. Wir waren wesentlich schneller wieder unten als wir hoch gebracht haben. Ist ja meistens so ;-).

 

Als der Weg schon wieder eben verlief, entdeckten wir hinter ein bisschen Gestrüpp einen Höhleneingang. Sah aus wie eine Bergbaumiene. Das weckte natürlich unsere Neugier und wir liefen etwas ins Innere hinein. Schnell wurde es stockdunkel. Das Licht des Handys leuchtete uns. Das abgestandene Wasser in der Höhle war etwa wadentief und wir wollten nicht in diese Dreckbrühe treten. So balancierten wir von Stein zu Stein immer ein bisschen weiter ins Innere der Höhle. Als dann allerdings Massen an Fledermäusen wie wild herumflogen, liefen wir wieder hinaus. Wer weiß wie einsturzsicher diese Höhle überhaupt gewesen wäre.

 

Auf dem Weg Richtung Auto begegnete uns noch kurz vorher ein einsames Reh. Wir beobachteten es noch eine Weile, bevor es dann ruhig an uns vorbeizog.

 

**Tourdaten**

Schwierigkeit: schwierig (schwarz)

Höhenunterschied: 370 m

Kilometer: ca. 7,5 km

Dauer: ca. 4 Stunden

Fazit:

Eine abenteuerliche Tour, auch ohne Wasserfälle, Stromschnellen und Badegumpen. Die Tour hat mir mit am besten gefallen. Nicht nur wegen des höheren Anspruchs, auch die Landschaft ist atemberaubend schön. Auf jeden Fall sollte man hier mal gewesen sein. Ich werde sicherlich nicht das letzte mal in der Oridda Schlucht gewesen sein - die will ich auf jeden Fall nochmal mit viel Wasser erleben ;-)

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Kommentare: 2
  • #1

    Cäcilie MM (Sonntag, 20 November 2016 17:54)

    Wow Myri!!
    ich bin echt beeindruckt
    Man kriegt sofort Lust zu wandern und neue Gebiete kennen zu lernen. ;)
    Und dein Schreibstil ist auch toll
    So authentisch und so passend...ich habe dann das Gefühl es direkt nachvollziehen zu können
    Mach weiter so
    Ich freue mich auf weitere Berichte

  • #2

    Myri (Sonntag, 20 November 2016 21:08)

    Vielen, vielen Dank, das freut mich total :-) :-) :-)
    Das war auch mein Ziel - Lust und Motivation für eigene Touren zu geben. Freu mich sehr, dass du meine Beiträge mit verfolgst.
    Alles Liebe Myri

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