Sardinien Teil 5: Karsthöhle Sa Curtigia de Tiscali

Das Rätsel um die Karsthöhle auf dem Monte Tiscali

Diese Tour führte uns zu einer prähistorischen Siedlung. Der Wanderweg ist klar beschrieben, das Ziel - die Karsthöhle - ist ebenso bekannt, doch die Höhle gibt Rätsel auf. Warum lebten hier in der Einöde Menschen? Wie kamen sie an Wasser? Lebten sie nur zeitweise hier oder dauerhaft? Wirklich erforscht ist die Geschichte noch nicht.

 

Erst mal mussten wir den Monte Tiscali erklimmen, bevor es dann einige Meter nach unten in die Karsthöhle "Sa Curtigia de Tiscali" ging.

 

Wir machten uns auf den Weg, diese rätselhafte Höhle zu besuchen. Die Wanderung stammt wieder aus dem Rother Wanderführer Sardinien*.


Rother Wandertour Nr. 16

Mit dem Auto fuhren wir erst mal zum Ausgangspunkt der Wanderung. Der Anfahrtsweg war sehr gut beschildert. Einige Zeit fuhren wir durch ein großes Weinbaugebiet. Immer wieder fanden sich zwischen den Weinbergen kleinere und größere Weingüter. Weinliebhaber wären hier sicherlich auf ihre Kosten gekommen. Ich gab mich mit ein paar leckeren Traubenbeeren zufrieden, die ich unterwegs mopste ;-)

 

Der Fahrweg ging dann auf eine Piste über. Etwas holprig und staubig - unser Fiat Panda kam aber ganz gut damit zurecht.

 

Nach einiger Zeit kam der offizielle Parkplatz für die Tour zur Karsthöhle Tiscali und zur Gola die Gorropu, einer Tour die wir an einem anderen Tag noch gehen werden. Die Parkgebühr von 6 € kann man sich sparen, indem man über die kleine Brücke fährt und rechts auf eine Piste abbiegt. Hier kann man am Wegrand kostenlos parken. Wenn man Glück hat, spenden einige Bäume etwas Schatten für's Auto. 


Steilanstieg zum Taleinschnitt Doloverre Surtana

Man musste schon ein wenig achtgeben, wo man hin trat.
Man musste schon ein wenig achtgeben, wo man hin trat.

Kurze Zeit liefen wir am Riu Flumineddu entlang. Wegen der Hitze führte dieser so gut wie kein Wasser. Aus einer späteren Abkühlung wird also leider nichts. Schade, denn die Sonne stach bereits auf uns runter und mir war schon wieder übel heiß.

 

Wie wenn mich die Hitze nicht schon genug plagte, stand uns jetzt ein anstrengender Steilanstieg bevor. Über größere und kleiner Felsstufen ging es stetig nach oben. Ein Weg der wirklich sehr viel Spaß macht zu laufen, aber nicht bei dieser Hitze.

 

Laut Wanderführer erwartet uns oben ein kleines Wäldchen, das hoffentlich Schatten spendet. Das spornte mich an und so waren wir auch recht zügig oben.

 

 

Von Erdbeerbäumen und zerplatzten Seifenblasen

Wo sind die verdammten Erdbeeren???
Wo sind die verdammten Erdbeeren???

Tatsächlich kam jetzt ein schattiger Abschnitt. Links und rechts von uns ragten Felswände empor, die bei Kletterern wohl sehr beliebt sind. Zwischendurch führte unser Pfad, der mit kleinere Bäumen und Sträuchern gesäumt war.

 

Laut Wanderführer handelte es sich um Erdbeerbäume. Jeder der mich kennt weiß, ich liebe Erdbeeren. Als ich das anfangs las, stellte ich mir das reinste Schlaraffenland vor. Leider platze die Seifenblase schnell - es hingen keine Erdbeeren von den Bäumen. Eigentlich war da gar nichts, das an Erdbeeren erinnerte :-(

Naja, vielleicht war das einfach nicht die richtige Jahreszeit oder jemand hatte schon alle Erdbeeren weg gefuttert.

 

Später habe ich mir sagen lassen, dass die Früchte wohl nicht wirklich nach Erdbeeren schmecken und weitaus weniger lecker sind.

Knorrige Wacholderbäume und tolle Ausblicke

Knorrige Wacholderbäume - ein tolles Fotomotiv.
Knorrige Wacholderbäume - ein tolles Fotomotiv.

Wir kamen auf eine Lichtung und aus war es mit dem Schatten. Nach der Lichtung ging es auch wieder stetig bergauf.

 

Wir krakselten über weiße Kalkfelsen. Immer wieder ragten knorrige Wacholderbäume in den Weg, die ein tolles Fotomotiv abgaben, ebenso die Blicke ins Tal. Auf diesem Stück Weg trafen wir tatsächlich auf ein paar wenige andere Wanderer, was bisher echt selten der Fall war. Wir erfuhren das es noch einen zweiten Weg zu Karsthöhle über das Lainattu-Tal gibt.

 

Nach ca. zwei Stunden kamen wir auf ein kleines Hochplateau. Von hier aus hatten wir einen super Ausblick auf unsere Aufstiegsroute und das Surtana-Tal.

Karsthöhle "Sa Curtigia de Tiscali"

Das Dach der Doline ist leider eingestürzt.
Das Dach der Doline ist leider eingestürzt.

Der Einstieg in die Tiscali Höhle ist, wie bisher der gesamte Weg, super beschildert. Ca. 10 Meter stiegen wir in die Tiefe bis zum Höhlenboden.

 

"Curtigia de Tiscali", der korrekte Name der Höhle, bedeutet so viel wie "grünes Land in felsiger Einöde". Tatsächlich wachsen auf dem Höhlenboden seltene Grünpflanzen. Ein Schild am Höhleneingang erklärt welche Arten von Pflanzen es gibt und was es mit der Höhle genau auf sich hat.

 

In der Höhle lebten im 5. bis 3. vorchristlichen Jahrhundert Menschen. Anfangs Nuragher, später Römer und danach Hirten. Die Höhle war damals noch rundum geschlossen. Das Dach der Doline ist inzwischen eingestürzt und von den Behausungen von damals nur noch wenige Überreste vorhanden. Warum es die Menschen so weit in die Einöde zog, ist unklar. Ob die Einwohner die Höhle zeitweise als Schutz vor Kriegen nutzten, es ein Bergheiligtum oder eine dauerhafte Siedlung war ist unklar. Die Forscher stellen sich außerdem die Frage, wie die Wasserversorgung funktionierte. Im Umkreis gibt es nämlich keine Quellen.

 

Wir zahlten den Eintritt von 5 € pro Person und schauten uns die Höhle in Ruhe an.

Der Blick von oben lohnt sich

Wäre schon cool, wenn das Höhlendach tatsächlich noch zu wäre.
Wäre schon cool, wenn das Höhlendach tatsächlich noch zu wäre.

Nach der Besichtigung machten wir noch einen kurzen Abstecher, um von oben in die Höhle hinunter zu schauen. Das hatte sich wirklich gelohnt. Von hier oben konnte man nicht nur nach unten auf die Höhle blicken, sondern auch die andere Talseite bestaunen.

 

Der Rückweg verlief genauso wie der Hinweg. Nach ca. vier Stunden kamen wir wieder am Auto an.

 

Eine kleine Erfrischung gab es dann doch noch, wenn auch nicht in Form von Flußbaden - am Parkplatz gab es eine kleine Bude, die kühle Getränke verkaufte. Das reichte fürs erste. Baden konnten wir ja später noch im Meer.  

  

 

**Tourdaten**

Schwierigkeit: mittel (rot)

Höhenunterschied: 440 m

Kilometer: ca. 9,1 km

Dauer: ca. 4 Stunden

 

Fazit:

Eine sehr schöne Tour, zurück in prähistorische Zeiten. Mir hat diese Wanderung überaus gefallen. Das Gelände ist abwechslungsreich und die Ausblicke sind einfach wunderbar. Auch wenn von den Behausungen in der Höhle nicht mehr viel übrig ist, fand ich den Anblick sehr beeindruckend. Nicht vorzustellen, wie die Menschen damals an diesem verlassenen Ort gelebt hatten. Nicht nur verlassen war dieser Ort, er liegt auch noch meterhoch in den Bergen, umgeben von kargen Felsen. 

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