Dom Tag 2 - Akklimatisationstour auf das Festijoch

Guter Start in den Tag

An unserem Akklimatisationstag auf dem Festijoch
An unserem Akklimatisationstag auf dem Festijoch

Wir wollten es ruhig angehen lassen. Daher entschieden wir uns, nach unserem Aufstiegstag zur Domhütte, eine kleine Akklimatisationstour zu unternehmen.

 

Dafür konnten wir ganz entspannt um 07:30 Uhr frühstücken und gut erholt in Richtung Festijoch starten. Das Wetter war fantastisch und wir schossen eine Menge richtig guter Fotos. Nur der Abstieg lies mich erschaudern.

Aufstieg durch Nebelschwaden

Nebelschwaden hüllen den Festigletscher ein
Nebelschwaden hüllen den Festigletscher ein

Der Aufstieg im Nebel war irgendwie mystisch und wunderschön. Immer wieder blitzte zwischen den Nebelschwaden die Sonne durch. Wirklich viel erkennen konnten wir bisher nicht, nur erahnen, wo sich die riesigen Berge um uns herum befinden.

 

Der Nebel bewegte sich so schnell und gab immer wieder andere Stellen der Berge für unsere Blicke frei. Das große Ganze blieb uns lange Zeit verborgen.

 

 

Auf dem Festigletscher

So angeseilt geht es mir gleich viel besser
So angeseilt geht es mir gleich viel besser

Da wir es an diesem Tag nicht eilig hatten, schossen wir viele Fotos und genossen einfach den immer wieder wechselnden Anblick der Berge.

 

Auf dem Festigletscher schnallten wir unsere Steigeisen an, nahmen den Pickel in die Hand und stapften auf dem aperen Gletscher erstmal ohne Seil leicht bergauf. Wir kamen vorbei an teilweise riesigen Gletscherspalten. Viele waren offen, in manchen lag noch der Schnee. Mir wurde es von Zeit zu Zeit mulmiger ohne Seil. Ich bin einfach ein ängstlicher Mensch und fühle mich wesentlich sicherer, wenn ich an einem Seil über den Gletscher laufen kann. Den anderen ging es nicht so. Naja, egal dachte ich mir und wurde mit meinen Bitten etwas fordernder: "wir legen jetzt das Seil an oder ich laufe nicht mehr weiter", sagte ich dann. Ups, da kam wohl doch die Dickköpfige-Myri durch ;-)

 

Poltern unterhalb des Festijochs

Warten unterhalb des Festijochs
Warten unterhalb des Festijochs

Ab dann liefen wir in unserer fünfer Seilschaft weiter. Gemeinsam suchten wir den Weg über das Spalten-Labyrinth

 

Nach ca. 45 Minuten kamen wir unterhalb des Festijochs an und wurden mit Steinschlägen empfangen :-(

Steinschläge von anderen Tourengängern, die gerade am klettern waren. Wir setzten schnell unsere Helme auf und stellten uns duckend an die Felswände. Oh man, das Steinerasseln hörte überhaupt nicht mehr auf. 

Klettern auf das Joch

Lediglich der Anfang war etwas komisch, danach kletterte es sich gut weiter
Lediglich der Anfang war etwas komisch, danach kletterte es sich gut weiter

Wir entschieden uns so lange zu warten, bis keiner mehr am klettern war. Das dauerte aber ziemlich lange. Ich machte mir schon Sorgen, wie es wohl morgen werden würde, wenn noch mehr Seilschaften gleichzeitig auf das Joch kletterten. 

 

Dann kamen wir endlich an die Reihe. Wir ließen unsere Steigeisen an und kletterten im II. Schwierigkeitsgrad nach oben. Das erste Stück war am blödesten, dann wurde es besser und stellte keine Schwierigkeit dar. Wir sicherten uns notdürftig an den vorhandenen Bohrhaken.

Nachdenklich auf dem Festijoch

Der Ausblick oben am Festijoch war fantastisch. Von hier aus hatten wir einen super Blick auf Teile des Doms und auf den darunter liegenden Hohberggletscher.

 

Ich kletterte noch auf einen kleinen "Gipfel", der sogar ein Gipfelkreuz trug, laut Kartenmaterial aber keinen Namen hat. Viele kleinere Kreuze von Verunglückten am Festigrat waren auf dem Berg angebracht. Sowas lässt mich immer traurig und nachdenklich werden. Ist es wirklich das richtige Hobby für mich, oder belastet es mich und meine Familie durch Ängste doch zu sehr? Ich weiß es bis heute nicht. Ich weiß aber, dass es mir Spaß macht, mich neuen Herausforderungen zu stellen und ich die Natur in den Bergen und das einfach Leben dort sehr genieße. 


Schreckliche Geräusche

So wunderschön der Gletscher auch aussieht, so unheimlich ist er auch zugleich
So wunderschön der Gletscher auch aussieht, so unheimlich ist er auch zugleich

Nach einer ausgiebigen Mittagspause auf dem Joch, machten wir uns an den Abstieg. Wir seilten uns auf zwei mal mit einem 60 Meter Seil vom Festijoch ab. Das ging wesentlich schneller und war vor allem sicherer.

 

Auf dem Festigletscher hatte ich Ängste, wie ich sie zuvor noch nie auf einem Gletscher hatte. Auf einmal waren da Geräusche, die ich nicht wirklich in Worte fassen kann. Geräusche die unter und seitlich von uns her kamen. Es waren keine klassischen "Wumm-Geräusche", wie man sie vom Schnee im Winter her kennt. Das Geräusch kam auch nicht fest von einer bestimmten Stelle her, vielmehr bewegte es sich. Es hörte sich an wie ein riesiges Tier, dass sich unter der Gletscherdecke bewegte und an uns vorbei sauste.

Mit Tempo zur Domhütte

Das Spaltenlabyrinth haben wir gemeistert
Das Spaltenlabyrinth haben wir gemeistert

Ich bekam Gänsehaut, zuckte jedes mal zusammen, wenn das Geräusch wieder auftrat und zog das Tempo an. In Windeseile waren wir vom Gletscher unten und erst da löste sich meine Anspannung wieder.

 

 

Auf der Domhütte angekommen, planten wir unser Vorgehen für den nächsten Tag. Es kam dann aber doch etwas anders, als geplant...

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