Dom Tag 1 und 4 - von Randa zur Domhütte und zurück

Fantastischer Weg und spektakuläre Ausblicke

Unten im Tal das Örtchen Randa, im Hintergrund das 4.505m hohe Weisshorn
Unten im Tal das Örtchen Randa, im Hintergrund das 4.505m hohe Weisshorn

Ein Klassiker in der Schweiz - die Besteigung des 4.545 Meter hohen Dom. Doch bevor wir dieses Abenteuer wagten, mussten wir erst vom Örtchen Randa zur Domhütte aufsteigen. 

 

Eine Bergtour, die absolut empfehlenswert ist. Wo sonst hat man einen grandiosen Blick auf gleich mehrere Viertausender und kommt nebenbei noch an der längsten Hängebrücke der Welt vorbei.

 

Tag 1 und 4 also - unseres verlängerten Bergwochenendes im Wallis :-)

Lange Fahrt in der Schweiz

Aufstiegsweg zur Domhütte
Aufstiegsweg zur Domhütte

Der Tag startete extrem früh. Um 03:30 Uhr trafen wir uns an einem nahe gelegenen Parkplatz in Autobahn Nähe. Wir waren Melinda, Joe, Micha, Guido und ich - eine nette Gruppe von Ludwigsburger Alpenvereinsmitgliedern. Zum Glück musste ich die sieben Stunden nicht fahren, sondern konnte gemütlich auf der Rücksitzbank schlafen ;-)

 

Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir in Randa in der Schweiz an. Nachdem wir den Parkplatz für die nächsten vier Tage bezahlt hatten (5 SF pro Tag), konnte es endlich los gehen...

 

 

Bergdorf Randa bei Zermatt

Das idyllische Bergdorf Randa bei Zermatt
Das idyllische Bergdorf Randa bei Zermatt

Erst mal ging es durch das idyllische Bergdorf Randa. Für die, welche nicht wissen wo Randa liegt (wie mich vor der Tour) - Randa liegt ca. 9 Kilometer vor Zermatt, also im Kanton Wallis in der Schweiz. Das Örtchen ist wirklich wunderschön. Zahlreiche Scheunen in einem speziellen Baustil und sehr schön verzierte Holzhäuser mit tollen Gemüsegärten vor der Tür, machen den Ort zu etwas besonderem.

 

Schon im Ort ging es stetig nach oben. In der Mittagssonne fingen wir alle ziemlich schnell an zu schwitzen.  

 

 

Im schattigen Wäldchen bergauf

Noch laufen wir im schattigen Wald
Noch laufen wir im schattigen Wald

Durch einen verträumten Lärchenwald schlängelte sich unser Weg immer nach oben. Nach einer solch langen Autofahrt waren unsere Beine noch schwer und wir kamen schnell außer Atem.

 

Eine kurze Rast legten wir bei der längsten Hängebrücke der Welt ein. Über diese sollte es vier Tage später zurück ins Tal gehen. Der Blick von hier auf das 4.505 Meter hohe Weisshorn war grandios. Das Matterhorn lag noch in dichten Nebel gehüllt vor uns. Die nächsten Tage werden wir mehr Glück und freie Sicht auf das Matterhorn haben. 

Die negativen Gedanken weichen

Stahlketten und -seile helfen an ausgesetzten Passagen
Stahlketten und -seile helfen an ausgesetzten Passagen

Bald wurde der Weg steiler und felsiger. In der Ferne sahen wir einen Steinbock genüsslich Gras fressen. Der hat`s gut, dachte ich mir und plagte mich Schritt für Schritt weiter. Ich spürte meine Erkältung in den Knochen und war mir nicht sicher, ob es wirklich eine gute Idee war, in diesem Zustand die Hochtour zum Dom zu wagen. 

 

Bei der traumhaften Aussicht und dem wirklich abwechslungsreichen Weg waren meine negativen Gedanken schnell verflogen. Einige ausgesetzte Passagen sind mit Stahlseilen, Stahlbügeln und Leitern versehen - der Weg war somit überhaupt kein Problem zu gehen. 

Ankunft auf der Domhütte

Die Domhütte - unser Ziel für heute
Die Domhütte - unser Ziel für heute

Nach ca. 4,5 Stunden stand sie dann plötzlich wie aus dem Nichts vor uns - die Domhütte auf 2.940 Metern

 

Ich habe mich bisher selten so wohl auf einer Hütte gefühlt, wie hier. Es passte einfach alles - die Lager waren total gemütlich (wir hatten ein Zimmer für uns), das Essen war super lecker, die Hütte ist wunderschön urig eingerichtet und das Hütten-Team ist sehr liebenswert und auf Zack.

 

Mit 75 Betten, ist die Domhütte eine eher kleinere Hütte, was ich als sehr angenehm empfand. Sogar eine heiße Dusche für 5 SF gibt es, die ich mir tatsächlich an einem Tag gönnte (dazu lest ihr in einem anderen Artikel später mehr).

 

 

Wohlfühlathmosphäre

Je nachdem welche Tour man vorhatte, gab es entweder um 07:30 Uhr oder um 3:00 Uhr Frühstück. Liebevoll auf Kreidetafeln waren die Gruppennamen aufgeschrieben und an den vorgesehenen Plätzen aufgestellt. So hatte jeder seinen Platz und musste nicht darum fürchten, dass das Frühstück nicht für alle reicht.

Genauso war es beim Abendessen, jeder bekam seinen eigenen, vorgerichteten Teller und Nachschlag wenn er wollte. Es wurde echt jeder mehr als satt.

 

Vor der Hütte tummelten sich jeden Abend Steinböcke, die man schön beobachten konnte.

Logenplatz zum beobachten der Steinböcke
Logenplatz zum beobachten der Steinböcke

Grandioser Ausblick

Traumhafte Bergkulisse
Traumhafte Bergkulisse

Die Lage der Hütte ist der Wahnsinn - Breithorn (4.164m), Zinalrothorn (4.221m), Weisshorn (4.505m), Bishorn (4.153m) und sogar das Matterhorn (4.478m) kann man direkt von der Terrasse aus sehen. 

 

 

Wie geht`s weiter?

Unsere super Gruppe - Myri, Joe, Micha, Guido, Melinda (v.l.)
Unsere super Gruppe - Myri, Joe, Micha, Guido, Melinda (v.l.)

Die Domhütte ist Ausgangspunkt für die Besteigung von sieben Viertausendern, unter anderem vom Dom. Der Dom ist mit seiner Höhe von 4.545 Metern der höchste Berg, der komplett auf Schweizer Boden liegt. 

 

Am nächsten Tag planten wir unsere Akklimatisationstour auf das Festijoch, bevor es dann einen Tag später auf den Dom ging. Die Berichte dazu folgen in den nächsten Tagen.

An Tag 4 folgte wieder der Abstieg

Der Baum zur Einweihung der Brücke steckt noch
Der Baum zur Einweihung der Brücke steckt noch

Nach einem zum Glück wieder späteren Frühstück um 07:30 Uhr, machten wir uns an Tag 4 wieder an den Abstieg nach Randa. Zum Frühstück gab es übrigens wieder leckeres, selbst gebackenes Brot.

 

Dieses mal überquerten wir die Europabrücke um nach Randa zu kommen. Der Weg ist super ausgeschildert und nur ca. 30 Minuten länger als unser ursprünglicher Aufstiegsweg. Die Brücke wurde erst kürzlich fertig gebaut und ist nun mit ihren 494 Metern Länge die längste Fußgängerhängebrücke der Welt. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und schlenderten beschwingt über die Brücke. 

Skeptische Blicke

Auf einem schönen Trampelpfad geht es zurück nach Randa
Auf einem schönen Trampelpfad geht es zurück nach Randa

Auf einem weichen Waldboden ging es dann in Kehren hinab nach Randa. Der Boden tat im Vergleich zu den felsigen und eisigen Wegen der Vortage richtig gut und ich bekam tatsächlich mal zur Abwechslung keine Knieschmerzen (naja, vielleicht half die Bandage auch ein wenig).

 

Der Weg scheint bei Rentnern sehr beliebt zu sein, zumindest kamen uns fast nur deutlich ältere Menschen entgegen. Die schauten uns alle sehr skeptisch an - erst gingen die Blicke auf unsere groben Bergstiefel, dann auf unsere Rucksäcke mit Pickel, Steigeisen und Seil beladen. "Hui haben die voll beladene Rucksäcke auf", hörten wir immer wieder murmeln. Manche sprachen uns auch direkt an und waren erstaunt von wo wir her kamen. Ist wohl nicht allen klar, dass es hier in der Gegend ziemlich hohe Berge gibt ;-)

Fazit:

Die Wanderung zur Domhütte lohnt sich auf jeden Fall, auch für diejenigen, die keine Hochtour planen. Der Weg von Randa zur Domhütte ist nichts für Ungeübte - schwindelfrei und trittsicher sollte man schon sein. Aber nicht nur der Weg an sich ist wunderschön, auch der Aufenthalt in der Domhütte ist sehr empfehlenswert. Genießt den fantastischen Blick auf die weißen Riesen und lasst euch das leckere Essen auf der Hütte schmecken. Wenn man schon mal hier ist, sollte man sich die längste Hängebrücke der Welt auch nicht entgehen lassen.

Die genauen Tourdaten sowie den GPX-Track von Randa zur Domhütte findest du hier:

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