„Es sind die gemeinsamen Erlebnisse, die verbinden, zusammenschweißen und unvergesslich sind.“

Unser multikulturelles Jahresevent fand dieses Jahr im Schwangau statt

Mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" ging es dieses Jahr zum Wandern in die Bergwelt im Schwangau.
Strahlende Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der Fritz-Putz-Hütte im Schwangau

Dieses Jahr hieß es mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" endlich wieder:

"Der Berg ruft!"

 

Mit 14 Teilnehmenden aus Afghanistan, Eritrea, Syrien, Rumänien und Deutschland ging es nach Neuschwanstein. Am Parkplatz der Tegelbergbahn angekommen, wurden unsere Rucksäcke gepackt. Im Gepäck hatten wir das Frühstück und Abendessen der nächsten zwei Tage, sowie jede Menge Vorfreude auf die Natur, das Miteinander und die Berge.

Unsere Homebase für die nächsten 3 Tage war die urige Fritz-Putz-Hütte. Von dort aus bestiegen wir gleich drei Gipfel, bei widrigen Wetterbedingungen.

 

Ebenfalls rund um die Uhr mit dabei, war ein Kamerateam des Senders "Deutsche Welle", die einen Kurzfilm über unser Projekt drehten. 

Eine Gruppenwanderung zu organisieren, erfordert einiges an Planung

Mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" ging es dieses Jahr zum Wandern in die Bergwelt im Schwangau.
Unsere Rucksäcke sind gepackt. Wir sind startbereit für die folgenden drei Wandertage.

Wir starteten am Samstag in der Früh in Steinheim an der Murr. Mit Fahrgemeinschaften fuhren wir ins bayrisch-schwäbische Schwangau. Für mich ist dieses Jahresevent in den Bergen jedes Jahr eine große Herausforderung: sind alle gut ausgerüstet? Werden sich alle wohl fühlen? Ist die Tourenwahl für alle Fitnesslevels geeignet? Wird ein schönes Gemeinschaftsgefühl entstehen?... 

Tausend Fragen geistern bereits Tage zuvor in meinem Kopf herum um hinterher festzustellen - es hat doch alles super geklappt :-). 

 

Die Fahrt verlief schonmal reibungslos. Am Parkplatz der Tegelbergbahn konnten wir unsere Autos für die nächsten drei Tage gegen eine Gebühr von täglich 5€ parken.  

"Kommt mal alle her, wir müssen das Frühstück und Abendessen der nächsten Tage auf alle aufteilen", leitete ich unsere erste Aufgabe ein. Okay, die gestaltete sich doch etwas schwieriger als gedacht: die Rucksäcke der meisten Teilnehmenden waren viel zu klein. Wir improvisierten mit zusätzlichen Taschen und schnell war alles verstaut.

 

Das Eis beim Kennenlernen brechen

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Das Märchenschloss Neuschwanstein haben wir bereits im Blick und wird unser erstes Highlight sein.

Dieses mal waren einige neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dabei - es kannten sich also nicht alle. Eine Kennenlernrunde auf einer großen Wiese sollte das Eis etwas brechen. Bereits hier gab es großes Gelächter und ich war mir sicher, alle würden sich blendend verstehen.

 

Auch unsere Reporterin Kamilla und Filmemacher Thomas waren von Anfang an mit dabei. Sie erzählten der Gruppe, was sie die nächsten Tage vor hatten. "Eigentlich sind wir gar nicht da", sagte Kamilla. "Seid einfach so, wie ihr immer seid und versucht am besten nicht auf die Kamera zu achten". 

Die beiden reisten extra aus Berlin an, um für den Sender "Deutsche Welle" ein Film über unser Projekt zu drehen, was wirklich eine große Ehre für uns alle ist. Der Film wird voraussichtlich im September unter dem Format "Sports Life" erscheinen.

 

Und dann ging es endlich los. Alle waren bereits sehr aufgeregt und top motiviert.

 

Unser erstes Highlight war das Märchenschloss Neuschwanstein

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Touristentrubel am Schloss Neuschwanstein - aber auch bei uns darf der Fotostop natürlich nicht fehlen.

Der Weg zur Fritz-Putz-Hütte ist mit 7,5 Kilometern und 410 Höhenmetern nicht schwer zu gehen, da er überwiegend auf einem breiten Schotterweg verläuft. Für unsere Gruppe war das mit dem vielen Gepäck genau richtig. Außerdem waren die Wege breit genug, um leicht mit allen ins Gespräch zu kommen. 

 

Etwas trubelig wurde es dann am Schloss Neuschwanstein, das die meisten zum ersten Mal in ihrem Leben live sahen. Vom Anblick dieses alten, imposanten Bauwerks in den bewaldeten Bergen, waren selbst die deutschen Mitwanderer überwältigt. Wir legten eine großzügigen Pause ein, damit alle in Ruhe das Schloss betrachten und Fotos schießen konnten. 

 

Schnell stellte ich fest, das unsere knalligen T-Shirts super geeignet waren, um alle Teilnehmenden im Touristentrubel wieder zu finden. Vom Outdoorhersteller Maier Sports haben wir die tollen T-Shirts sowie Zipp-Hosen gesponsert bekommen. Ganz herzlichen Dank nochmals dafür :-)

 

Unsere ersten Berührungen mit einem TV-Kamerateam

Mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" ging es dieses Jahr zum Wandern in die Bergwelt im Schwangau.
Bei strahlendem Sonnenschein kommen wir auf der urigen Fritz-Putz-Hütte an.

Auf dem Wanderweg nach dem Schloss Neuschwanstein wurden die Touristen immer weniger und bald waren wir so gut wie alleine unterwegs. Eine gute Gelegenheit für unsere Reporterin, bereits am ersten Tag ein paar Fragen an die Teilnehmenden zu stellen. Natürlich stellte das für uns alle neben der körperlichen Anstrengung beim Wanderung, eine große Herausforderung dar. Niemand von uns stand bisher in diesem Maße vor einer TV-Kamera. Kamilla und Thomas machten das mit ihrer sympathischen Art so toll und schnell war jegliche Anspannung unsererseits verflogen. Sie hatten im Vorfeld sogar einige Interviewfragen in die Landessprache eines Teilnehmers übersetzen lassen, um die Kommunikation zu erleichtern. Fast alle wollten ihre Antworten in Deutscher Sprache abgeben, die Option mit der Landessprache blieb bestehen.  

 

Nach guten drei Stunden hieß es: "Hütte in Sicht!". Wir hatten die Fritz-Putz-Hütte am Fuße des Säuling erreicht und wurden vom Hüttenwart freudig empfangen.

 

Gemütliches Beisammensein auf der Selbstversorgerhütte im Schwangau

Mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" ging es dieses Jahr zum Wandern in die Bergwelt im Schwangau.
Vor der Hütte lässt es sich gut entspannen und quatschen.

Nach einer ausgiebigen Hüttenführung bezogen wir unsere Schlaflager. Vor einigen Jahren war ich mit einer Jugendgruppe bereits auf dieser tollen Hütte (hier geht es zum Artikel). Über die Jahre hatte sich hier nichts verändert - immer noch fühlte man sich sofort wohl und zuhause.

 

Während sich die einen im Lager schlafen legten, genossen die anderen die Sonnenstrahlen vor der Hütte, mit einer traumhaften Aussicht auf die umliegenden Berge. Schnell kamen wir mit den sechs anderen Wanderern in Kontakt, die ebenfalls heute auf der Hütte nächtigten. "Was seid ihr denn für eine bunt gemischte Gruppe?", kam gleich die erste Frage. Alle waren sehr an unserem Projekt, den Menschen und ihren Geschichten interessiert. Mit fünf unterschiedlichen Nationalitäten und einer Altersspanne von 17 bis 62 Jahre, fällt man einfach auf. Ich finde es toll, wie offen die Leute gleich nachfragen. Tatsächlich denke ich, dass die Berge, die Natur und Ruhe hier einen wesentlichen Teil dazu beitragen. Wären wir in einer Stadt unterwegs gewesen, hätte uns sicherlich keiner angesprochen. 

 

Kochen, essen, plaudern - so klingt unser Abend in den Bergen aus

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Die Kamera ist überall mit dabei - natürlich auch in der Küchen, wenn unser erstes Küchenteam Spaghetti kocht.

Wir teilten die Kochteams für die folgenden Tage ein. Jeder musste mit anpacken, wenn es ums Kochen und Abspülen ging. Unsere Mägen knurrten bereits und das erste Kochteam musste sich an ihren Arbeitsplatz begeben. Spaghetti mit Pesto stand auf dem Speiseplan - einfach zu machen, leicht und ungekühlt in den Rucksäcken zu transportieren und schmeckt in der Regel allen. 

 

Schnell stellte das Kochteam fest, das es gar nicht so einfach ist, in einem überdimensional großen Topf Spaghetti al dente zu kochen. Egal, der Hunger trieb auch die etwas matschigen Nudeln hinunter.

 

Der Abend klang mit guten Gesprächen über verschiedene Themen aus. Beispielsweise sprachen wir über Berufe, die Schule und die Unterschiede zwischen den Herkunftsländern. So wird beispielsweise die Flechtkunst der Haare in Eritrea in der Schule unterrichtet, erfuhren wir von Gizene. Faeza und Fatana ließen sich daraufhin gleich ihre Haare wunderschön flechten. Wir waren beeindruckt, wie schnell ihr das von der Hand ging.

 

Unsere Wanderung an Tag 2 wird definitiv anstrengender

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Auch Improvisationstalent Mohammet ist startbereit und freut sich auf die Wanderung.

Am nächsten Morgen um Punkt 8 Uhr standen alle wie vereinbart abmarschbereit mit ihren gepackten Tagesrucksäcken vor der Hütte. Da musste ich doch erstmal ein fettes Lob aussprechen - ich war begeistert von dieser Disziplin.

 

Für die Vorstellung der Tour wurde ich von Kameramann Thomas erstmal mit einem Mikrofon verkabelt. Ab jetzt bloß nicht mehr verhaspeln, dachte ich mir aufgeregt.

"Unsere heutige Tour wird deutlich anstrengender als die gestrige", stimmte ich auf den Tag ein. "Erst wird es 700 Höhenmeter hinauf zum Koflerjoch gehen und von dort weiter zum Dürrenberg. Dort werden wir dann entscheiden, ob wir noch einen 3. Gipfel besteigen".

 

Wir wollten gerade starten, als der Regen einsetzte. Mal wieder zeigte sich das Improvisationstalent der Teilnehmenden. Schnell waren aus Plastiktüten Regenjacken gebastelt, die zumindest die grobe Nässe abhielten. 

 

Die Kälte und Nässe setzt beim Wandern zu

Mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" ging es dieses Jahr zum Wandern in die Bergwelt im Schwangau.
Gemeinsam schaffen wir das - auch unbequeme Wege bewältigen wir.

Zum Glück führte das erste Stück durch den Wald, der den Regen einigermaßen abhielt. Über Wurzeln, Steine und Erdhügel wanderten wir auf dem matschigen Pfad stetig bergauf. Nebelschwaden zogen sich durch den Wald und verliehen diesem eine mystische Stimmung. Es herrschte eine angenehme Stille. Ob es durch die Anstrengung des bergauf Laufens kam oder ob alle die Natur genossen, kann ich nicht sagen.

 

Oder vielleicht doch...

"Mein Puls ist auf 170", sagte eine Teilnehmerin mit einem Lachen im Gesicht. "Ich brauche unbedingt eine Pause!"

 

Die Steilheit, die Nässe und Kälte machten einigen doch ganz schön zu schaffen. Immerhin hatte es in manchen Heimatländern nicht selten Temperaturen von 40-50 Grad. 

 

Wir schlängeln uns den Berg hinauf

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Stück für Stück bahnen wir uns den Weg durch den Nebel nach oben.

Wir verließen den Wald, der Hang verlor jedoch nichts an seiner Steilheit - im Gegenteil. Über einen grasbesetzten Hang ging es in Kehren immer weiter nach oben. Die kurzen Interviewpausen, die wir für das Kamerateam einlegten, kamen uns oft wie gelegen. So konnten alle ein wenig durchatmen, bevor es wieder bergauf ging.

 

Endlich oben auf dem Sattel angekommen, gab es nur eine kurze Trink- und Riegelpause. Zu kalt war es, um hier gemütlich auf der Wiese zu sitzen und eine Aussicht hatten wir aufgrund des dichten Nebels leider eh keine.

 

Gipfelschnaps mal anders - Ankunft auf dem Koflerjoch

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Wir sind glücklich auf dem 1.861 Meter hohen Koflerjoch angekommen.

Nach knapp 3,5 Stunden hatten wir ziemlich durchgefroren unseren ersten Gipfel - den Jochberg, auch Koflerjoch genannt - erreicht. Auf dem 1.861 Meter hohen Gipfel hätte man eigentlich eine wunderschöne Aussicht auf die Seen im Schwangau gehabt. Leider verzog sich der Nebel überhaupt nicht und wir waren umgeben von einer grauen Suppe.

 

Der Stimmung tat es zum Glück keinen Abbruch. Wir waren alle mega happy, es trotz den schlechten Wetterbedingungen auf den Gipfel geschafft zu haben. 

 

"Kommt mal her, wir machen gemeinsam noch ein typisch deutsches Ritual", rief ich zur Gruppe. "Die Deutschen trinken am Gipfel eigentlich immer einen Gipfelschnaps. Wir machen das jetzt ein bisschen anders".

Gemeinsam haben wir mit einer Tüte Fruchtgummi Cola-Fläschchen angestoßen. Wer einen Instagram Account hat, kann gerne mal in den Highlights von @puls_der_freiheit unter "Wanderglück" schauen. Da gibt es ein Story dazu. Das ganze ist auch eine nette Gelegenheit mit Kindern, den Gipfelerfolg zu feiern.

 

Aufbruch zur Hütte oder doch noch einen 3. Gipfel besteigen?

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Auf unserem 2. Gipfel, dem Dürrenberg angekommen.

Der Abstieg ist technisch oft schwieriger als der Aufstieg, vor allem bei Nässe. Schnell waren helfende Hände zur Seite, wenn es etwas ungemütlich wurde. So kam jeder ohne Stolperer gut den Berg hinunter. Doch ganz wollten wir noch nicht wieder absteigen - den Dürrenberg nehmen wir auch noch mit.

 

Auf ihm steht zwar kein Gipfelkreuz, der schmale Gratweg, der etwas vom Hauptweg abzweigte, war aber schön zu gehen. Wenig später standen wir also bereits auf unserem zweiten Gipfel der heutigen Tour.

 

Langsam aber sicher spürten wir, das die Anstrengung für den ein oder anderen Teilnehmenden doch zu viel wurde. "Sollen wir den 3. Gipfel wirklich noch machen?", fragte ich meine Freunde Timo, Tobi und Klaus. Die Meinungen waren wider erwartend unterschiedlich. Ich stimme mich gerne mit anderen ab und höre deren Meinung, wenn ich mit einer großen Gruppe unterwegs bin. "Ich habe das Gefühl manche sind noch total fit und andere dagegen überhaupt nicht mehr", meinte ich etwas unsicher. Ich möchte es allen immer irgendwie recht machen und dabei die Gruppe ungern aufteilen. "Wir haben alles im Kasten", meinte unser Kamerateam und stellte mir die Entscheidung frei, die Gruppe zu splitten.

 

Langsam verzieht sich der Nebel und die Bergwelt wird etwas klarer

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In der Ferne erkennen wir die Silhouette der Zugspitze.

Im folgenden Abstiegsweg versuchte ich mir Klarheit zu verschaffen, wie wir weiter vorgehen würden. Der Weg war traumhaft schön. Es ging durch einen Märchenwald, mit Bäumen die wie Skulpturen auf den Wiesen standen und mit unterschiedlichen Moosen behangen waren. Von hier aus hätten wir auch einen super Blick auf die Zugspitze gehabt, doch der Blick blieb uns leider aufgrund des Wetters verwehrt.

  

An der Wegkreuzung blieben wir stehen und ich trommelte alle zusammen. "Es wird jetzt zwei Gruppen geben. Timo wird mit einem Teil zur Hütte zurück wandern. In ca. 40 Minuten wärt ihr dann dort", sprach ich in die Menge.

"Der andere Teil kann mit mir auf den 3. Gipfel gehen. Das wären allerdings noch zusätzlich über 300 Höhenmeter", erklärte ich weiter. "Ich denke wir sind dann ca. 3 Stunden unterwegs".

 

Gipfelsturm oder Hüttenschlaf, das ist hier die Frage

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Wagen wir noch den Gipfelsturm auf unseren 3. Gipfel, den Schlagstein, den wir in der Ferne erblicken?

Nach einem längeren hin und her sowie einigen Verständigungsschwierigkeiten, hatten wir dann unsere zwei Gruppen zusammen. Tatsächlich gingen genau 7 Personen direkt zur Hütte zurück und 7 auf den nächsten Gipfel.

 

Unser Kamerateam entschied sich ebenfalls für den Rückweg. Die hatten auch einiges an Strecke mehr in den Knochen als wir. Oft mussten sie vor uns her und wieder zurück laufen, um gute Aufnahmen zu erzielen. Kamilla hatte eine Magen-Darm-Verstimmung am Vorabend bekommen und konnte den ganzen Tag kein Essen zu sich nehmen. Aber Hut ab: nach dem Motto "the Show must go on" filmte und interviewte sie den ganzen Tag munter weiter, ohne zu jammern.

Die Arme tat mir total Leid - es war nachvollziehbar, dass sie einfach nur ins Bett wollte. 

 

Unser 3. Gipfel, der Schlagstein ist erreicht

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Mit einem Teil der Gruppe stehen wir wenig später tatsächlich auf dem Schlagstein.

Im zügigen Tempo machten wir uns auf Richtung Schlagstein, auf dem wir in einer super Zeit, nach weniger als einer Stunde standen. Das Wetter klarte etwas auf und so hatten wir tatsächlich ein wenig Aussicht auf dem Gipfel. Sogar das Gipfelkreuz unseres ersten Berges erkannten wir in der Ferne und einige Kühe erspähten wir durch das Fernglas.

 

"Die Berge erinnern mich an meine Heimat in Afghanistan", verrät uns Ali. "Heute bereue ich es, dass ich damals in meinem Land nicht gewandert bin. Ich hoffe ich kann das irgendwann einmal nachholen, wenn wieder Frieden herrscht".

Ich drücke ihm die Daumen dafür.

 

Auch große Kinder plantschen gerne ;)

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Steinmännchen bauen bringt Glück - vor allem an so einem tollen Bach wie der Pöllat.

Beim Abstieg umrundeten wir den Schlagstein zur Hälfte in einem großen Bogen. Über satte Wiesenhänge verlief unser Weg sanft bergab. Die Landschaft war wunderschön und ich freute mich sehr, zumindest einem Teil der Gruppe noch diese traumhaften Landschaften zeigen zu können.

 

An der Pöllat, einem etwa zehn Kilometer langen Wildbach angekommen, plantschten wir noch etwas im Wasser.

"Wären die Temperaturen etwas wärmer gewesen, hätte ich jetzt noch gebadet", meinte Tobi. Ihm war bewusst, dass die kalte Dusche die auf der Fritz-Putz-Hütte auf ihn wartete, sicher auch nicht wärmer war, als dieser Bach. Doch die Außentemperaturen waren noch etwas frisch.

 

Tiefgründiger Ausklang am Lagerfeuer

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Am Lagerfeuer lassen wir den Tag und das Erlebte Revue passieren.

Um 17:30 Uhr kamen dann auch wir Gipfelstürmer wieder auf der Hütte an. Genau zur richtigen Zeit, um unseren Küchendienst anzutreten und das Vollkorn-Risotto zu kochen. Das schmeckte allen so gut, das wir sogar noch einige Portionen nachkochen mussten. Zum Glück bekamen wir alle satt :-)

 

Letztlich war die Aufteilung der Gruppe die richtige Entscheidung. Alle waren mit dem Tag so wie er gelaufen ist sehr zufrieden und berichteten den anderen von ihren Erlebnissen. Unser letzter Abend auf der Hütte klang während eines wunderschönen Alpenglühens am Lagerfeuer hinter der Hütte aus. Unser Kamerateam war auch wieder zur Stelle und leitete eine spannende Diskussion ein. "Sprecht ihr mit Geflüchteten über ihre Fluchterfahrungen?", wollte Kamilla wissen. Es gab unterschiedliche Stimmen dazu und es war interessant, die Gedanken dazu zu hören. "Wie sieht es mit euch aus", gab Kamilla unseren neuen Mitbürgern das Wort. "Wollt ihr überhaupt darüber sprechen?"

Der Film soll Anfang September erscheinen. Da könnt ihr dann die Antworten sehen.

 

Ich finde man muss die unterschiedlichen Sichtweisen auf jeden Fall akzeptieren. Mit unserem Projekt "Wanderglück" gebe ich den Menschen Gelegenheit sich ungezwungen auszutauschen. Meist entstehen die Gespräche, auch über die Flucht und das Erlebte, von ganz alleine. Man muss einfach nur offen sein, zuhören und darf sich nicht abschotten - das gilt natürlich für beide Seiten.

Ich bin wirklich glücklich, dieses Projekt damals vor vier Jahren ins Leben gerufen zu haben. Nach wie vor bin ich der Meinung: wandern verbindet :-)

 

Neben Bergen gibt es an unserem 3. Tag auch noch jede Menge Badespaß

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Gut gelaunt ging es bei strahlendem Sonnenschein wieder hinab nach Schwangau.

Die Küchenteams waren mittlerweile eingespielt und so stand pünktlich um 7 Uhr das Porridge mit Bananen, Äpfeln und Nüssen auf dem Tisch. Unser Abreisetag stand bevor und die Hütte musste noch geputzt werden. Mit vielen helfenden Händen hatten wir die Toiletten, die Küche, die Aufenthaltsräume und die Lagerplätze schnell blitzeblank geputzt.

 

Heute lachte die Sonne wieder für uns. Wie schade, dass ausgerechnet unser gestriger Gipfeltag so verregnet war. Auf einem etwas anderen Weg als beim Aufstieg vor zwei Tagen, liefen wir hinab nach Schwangau. Bereits der Blick von oben auf den türkis-blauen Alpsee ließ die Badeherzen höher schlagen. 

 

Rein ins kühle Nass - was gibt es schöneres, als eine Erfrischung im Bergsee

Mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" ging es dieses Jahr zum Wandern in die Bergwelt im Schwangau.
Der kristallklare Alpsee lud zum Baden ein.

Am See angekommen suchten wir uns eine gute Stelle zum Baden. "Wenn ihr wollt könnt ihr vom Dach in den See springen", sagte ein Handwerker, der gerade dabei war ein Bootshaus am Ufer des Sees zu bauen. Ich hielt es erst für einen Scherz, aber er meinte es ernst.

"Klar haben wir Lust", kam meine spontane, etwas unüberlegte Antwort. "Das wäre ein mega Abschluss für unsere Tour".

 

Puhhh, das Dach war mit ca. 5 Metern echt hoch. Noch dazu logischerweise schräg. Der Alpsee war ordentlich kalt und wir aufgehitzt. "Kühlt euch vorher unbedingt richtig im See ab, bevor ihr springt", sagte unser erfahrener Schwimmtrainer Klaus. Ein bisschen Bammel hatte ich schon. Hoffentlich passiert jetzt am Ende nicht doch noch was.

 

Ein paar von den Jungs stiegen mutig die Leiter hinauf und sprangen ohne zu zögern in das kalte Nass. Ok, kneifen durfte ich jetzt nicht, dachte ich mir. Schon allein das Laufen auf dem Dacht ließ meine Kniee weich werden. Ali stand bereits vorne an der Dachkante. "Spring du ruhig als erstes", sagte ich zu ihm. Er zögerte...

"Komm, wir springen zusammen", sagte ich mit leicht zitternder Stimme. Nebeneinander standen wir gefühlt einige Minuten - wir hatten beide Angst. Instinktiv gaben wir uns zeitgleich die Hände, zählten auf drei und sprangen mit viel Geschrei. Was für ein geiles Gefühl :-)

Als wir uns später die Videos vom Sprung austauschten, schrieben wir uns beide: "ohne dich wäre ich sicher nicht gesprungen".

 

Unser diesjähriges "Wanderglück-Event" neigt sich dem Ende zu

Mit unserem Integrationsprojekt "Wanderglück" ging es dieses Jahr zum Wandern in die Bergwelt im Schwangau.
Gemütlicher Ausklang nach unserem Wanderwochenende am Alpsee in Schwangau.

Wir verabschiedeten uns von Kamilla und Thomas, unserem liebgewonnenen Kamerateam. "Wir kommen sehr gerne wieder mit euch, auch ohne Filmauftrag", winkten uns die beiden hinter her.

 

Mittlerweile war es 13 Uhr und unsere Mägen knurrten. In 30 Minuten liefen wir zum Parkplatz der Tegelbergbahn zurück und verteilten uns auf die Autos - next Stop Füssen.

Mit einem gemeinsamen Essen in der Innenstadt von Füssen ging unser diesjähriges "Wanderglück-Event" zu Ende.

 

Drei erlebnisreiche Tage lagen hinter uns. Die Freiheit in den Bergen, das Miteinander und der Spaß mit der Gruppe sowie die Gespräche am Lagerfeuer waren für viele die Highlights der vergangenen Tage. Gemeinsame Erlebnisse die verbinden, zusammenschweißen und unvergesslich sind.

 

Es war mir wieder eine große Freude, mit euch allen unterwegs gewesen zu sein . Nochmals ein riesen DANKESCHÖN an Maier Sports für die Trekkinghosen, T-Shirts und die finanzielle Unterstützung. Ebenso an den Rotary Club Bietigheim-Vainingen, die unser gesamtes Projekt mit einer großzügigen Spende unterstützt haben. Ohne so großzügige Firmen und Initiativen wie euch, wäre ein solches Event für mich nicht stemmbar gewesen.

 

Den Link zum Film "Peak Happiness - One Step at a Time" findet ihr hier.

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der Artikel enthält Verlinkungen und wird daher als Werbung gekennzeichnet. Wir wurden für dieses Event finanziell von Maier Sports unterstützt sowie mit Trekking-Kleidung ausgestattet. 

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