Hüttentrekking im Pitztal Teil 5

Rüsselsheimerhütte | Kaunergrathütte

Unsere tolle Gruppe vor den Gletschern des Kaunergrats
Unsere tolle Gruppe vor den Gletschern des Kaunergrats

Micha, Feli und ich, zusammen mit unseren

11 Jugendlichen des Anbieters Aventerra e.V. waren bereits sechs Tage von Hütte zu Hütte in den Bergen unterwegs. Unser Team wurde immer eingespielter - die Höhenmeter machten uns weniger aus, schwierige Passagen wurden flüssig durchklettert und der Hunger auf Kaiserschmarren und Apfelstrudel blieb weiter bestehen. 

 

Die heutige Etappe verlief von der Rüsselsheimer- zur Kaunergrathütte. Zum ersten Mal wieder im Tal angelangt, mussten wir auf der anderen Seite wieder steil aufsteigen. Landschaftlich hatte die Etappe wieder vieles zu bieten - Wiesenhänge, bunte Blumen, kleine Seen und einen atemberaubenden Blick auf die Gletscher des Kaunergrats.

Tag 6 - Von der Rüsselsheimerhütte über das Steinbockjoch zur Kaunergrathütte

Der Abstiegsweg von der Hütte liegt morgens noch angenehm im Schatten.
Der Abstiegsweg von der Hütte liegt morgens noch angenehm im Schatten.

Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück auf der Rüsselsheimer Hütte, stiegen wir im kühlen, morgendlichen Schatten der Berge hinab ins Pitztal. Nach sechs Tagen in der Höhe, kamen wir zum ersten mal wieder in tiefere Gefilde. 

 

Steil aber unschwierig ging es in Kehren bergab. Es sollte heute ein heißer Tag werden. Wir wollten bei den noch angenehmen Temperaturen schnell Strecke machen. In einem super Tempo kamen wir ohne Pausen etwas außerhalb von Plangeross im Tal an. Die angesetzten 1,5 Stunden toppten wir mit einer Stunde Abstiegszeit.

 

Kurzer Ausflug in die Botanik

Ein kurzes Stück ging es am Bach namens Pitze entlang, der mit zahlreichen, pink blühenden Pflanzen eingesäumt war.

 

---Nachträglich eingefügt, weil ich die Pflanze verwechselt habe. Aus mir wird wohl doch niemals eine Botanikerin ;-). Vielen Dank John, für den aufklärenden Kommentar.---

 

Also gesehen haben wir das Schmalblättrige Weidenrösschen, das ich für das Indische Springkraut gehalten habe. Allerdings wächst das Springkraut auch in den Bergregionen und der Text passt jetzt auch zum Bild. Einheimisch ist das Indische Springkraut nicht, was der Name schon vermuten lässt. Ursprünglich kommt diese Pflanze aus dem Himalaya und wurde 1839 zum ersten mal als Zierpflanze nach England importiert. Rasch breitete sie sich in ganz Europa aus und verdrängt mittlerweile heimisch Arten. Da sie bis zu 2 Meter hoch werden kann und ziemlich wuchert, überdeckt sie so manche einheimische Pflanze. Hinzu kommt, dass sie bis zu 40 mal mehr Nektar herstellen kann, wie andere ortsansässige Pflanzen. Bei den Bienen ist sie daher äußerst beliebt. Wenn die Bienen aber lieber zu dieser Pflanze gehen und weniger auf die anderen, können diese sich nur schwierig fortpflanzen. Viele wollen daher diese Pflanze fort haben und bekämpfen. Richtig so, oder der Kreislauf der Evolution?

 

Das Indische Springkraut
Das Indische Springkraut
Das Schmalblättrige Weidenrösschen
Das Schmalblättrige Weidenrösschen

Auf der anderen Seite geht`s steil bergauf

Endlich wird der Weg wieder etwas flacher und die ersten Gipfel des Kaunergrats zeigten sich.
Endlich wird der Weg wieder etwas flacher und die ersten Gipfel des Kaunergrats zeigten sich.

Wir mussten uns dieser Frage zum Glück nicht stellen. Statt dessen beschäftigten uns die mittlerweile stark angestiegenen Temperaturen. Dazu kam der steile Aufstieg auf der anderen Talseite. Wir befanden uns nun auf dem Gebirgszug Kaunergrat und steuerten geradewegs die gleichnamige Hütte an. Den Kühen schien es langsam aber sicher auch zu heiß zu sein - gemütlich lagen sie auf der Wiese herum und beobachteten uns.

 

Wir legten eine kleine Vesperpause ein, bevor uns nochmals ein kräftezehrender, steiler Aufstieg bevor stand.

 

Welchen Weg schlagen wir ein?

Der Blick zurück von wo wir kamen. Dort hinten liegt irgendwo die Rüsselsheimerhütte.
Der Blick zurück von wo wir kamen. Dort hinten liegt irgendwo die Rüsselsheimerhütte.

Am Karlesegg kann man sich zwischen dem einfacheren Weg Nummer 926 oder dem schwierigeren Weg Nummer 927 über das Steinbockjoch entscheiden. Wir machten eine blinde Abstimmung mittels Daumen hoch oder runter. Die Mehrheit war für den schwierigeren Weg. Technisch hatten wir bisher auf der Tour bereits schwerere Passagen hinter uns. Daher hatte ich auch keine Bedenken, dass vereinzelt Teilnehmer für den einfacheren Weg gestimmt hatten und sich nun aber der Mehrheit fügten.

 

Bald kamen wir auf ein Plateau, von dem wir einen fantastischen Blick auf die Gletscher hatten. Hier vor dieser schönen und zugleich rauen Umgebung mussten wir einfach noch ein Gruppenfoto machen.

 

Hinauf auf's 2.920 Meter hohe Steinbockjoch

Steil und über viel Geröll ging es hinauf zum Steinbockjoch.
Steil und über viel Geröll ging es hinauf zum Steinbockjoch.

Sehr steil ging es hinauf zum Steinbockjoch. Noch dazu war der Weg sehr geröllig und man musste seine Tritte mit Bedacht setzen. Irgendein Trailrunning-Event stand wohl bevor, was die Bändel am Weg zeigten. Echt krass, dass die Läufer hier hoch bzw. runter rennen.

 

Wir keuchten nicht schlecht, als wir endlich oben ankamen. Nicht zu vergessen, hatten wir aber auch alle schwere Rucksäcke zu schultern. Am Joch angekommen war unser Ziel, die Kaunergrathütte schon in Sicht. Viele motivierte es, dass es von nun ab nur noch bergab ging.

 

Die Qual der Wahl

Das letzte Stück bis zur Hütte war mit Stahlseilen gesichert. Mittlerweile war dies für unsere Gruppe überhaupt kein Problem mehr. Zügig kamen wir voran und freuten uns schon auf den Kaiserschmarren und Apfelstrudel, der hier auf der Hütte laut eines Teilnehmers wohl besonders gut schmeckte.

Ich muss gestehen, ich aß beides - hihihi :-P

 

Da wir bereits am frühen Nachmittag ankamen, hatten die Kids dieses mal genügend Freizeit um ausgiebig "Werwolf" zu spielen. Noch immer ist dieses kommunikative Gesellschaftsspiel der unangefochtene Bestseller auf meinen Jugendbergtouren. 

 

So ging der Tag mit gutem Essen, einer zufriedenen Gruppe und einem schönen Sonnenuntergang zu ende.

 


Den GPX-Track der sechsten Etappe findet ihr hier:

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Keine Ahnung, ob ich das an dieser Stelle kennzeichnen muss. Sicherheitshalber mach ich es mal, da ich den Anbieter Aventerra e.V. verlinkt und erwähnt habe.

Für diesen Veranstalter bin ich als ausgebildete Erlebnispädagogin ab und zu tätig und erhalte im Rahmen der Übungsleiterpauschale eine Vergütung.

Hier gibt es alle Berichte zu den einzelnen Etappen.

 

Wie hat euch der Artikel gefallen?

Steht ihr auch so sehr wie ich auf Kaiserschmarren und Apfelstrudel?

 

Schreibt mir gerne in den Kommentaren.


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Kommentare: 2
  • #1

    John (Sonntag, 08 September 2019 08:59)

    Das ist kein Japanisches Springkraut sondern das Schmalblättrige Weidenröschen (heimisch). Das Springkraut heißt übrigens Indisches (nicht Japanisches). Japanisch ist der Staudenknöterich ;-)!

  • #2

    Myriam (Mittwoch, 30 Oktober 2019 21:06)

    Hallo John,
    vielen Dank für deinen aufklärenden Kommentar. Ich hab`s gleich mal geändert und je Pflanze ein Fotos eingestellt.
    VG Myriam

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