Silvester mal anders Teil 2

Silvester verpennt - dafür eine traumhafte Schneeschuhtour erlebt

Ich mag den Trubel an Silvester nicht, dass ist mir immer viel zu laut. Warum also nicht die Silvesternacht nur zu zweit im Wald verbringen? Es sprach nichts dagegen und so fuhren wir am 31.12. in den Schwarzwald. 

 

Mit Schneeschuhen und Zelt bepackt, ging es am ersten Tag vom Schliffkopf, über den Ruhestein, zum Mummelsee und dann zu einer kleinen Schutzhütte im Wald. Den klassischen Neujahresanfang um

0 Uhr verpassten wir, zu fertig waren wir nach der ersten Schneeschuhtour und zu kalt war es, weiterhin draußen sitzen zu bleiben. So schliefen wir also von 22 Uhr bis zum nächsten Morgen durch.

 

Den 01.01. läuteten wir sportlich ein und liefen über den Wildsee knapp 14 Kilometer bis zu unserem Ausgangspunkt.

Auch am 01.01. bleibt alles beim alten

Micha fertig bepackt in unserer Schutzhütte
Micha fertig bepackt in unserer Schutzhütte

Um 8 Uhr wachte ich auf, weil mir der Rücken weh tat. Das ist bei mir leider nichts Neues beim zelten. Liegt vermutlich an meinen zwei Bandscheibenvorfällen. Aber was soll`s, so fällt mir das Aufstehen zumindest leichter.

 

Micha wollte nicht aufstehen, dass ist auch nichts Neues ;-)

 

Also schälte ich mich aus Schlafsack und Zelt und fing schon mal an Tee zu kochen. Die Pistenraupe fuhr während dessen auch schon mal vorbei, um die Loipe für die Langläufer zu setzen. Nachdem der Porridge mit Äpfeln fertig war, stand auch Micha endlich auf. Das warme Frühstück in der Hand tat gut - meine Hände waren vom Äpfel schneiden nämlich schockgefrostet. Bis wir dann alles zusammengepackt hatten, war es 10 Uhr.

Ups, falscher Weg

Die Rehe waren auch schon munter
Die Rehe waren auch schon munter

Nach einem kurzen Stück neben der Loipe, bog unser Weg ab in den Wald. Ein kleiner Pfad führte uns hinab zum Kesselbach. An diesem ging es rauschend entlang. An einem Rotwildgehege bestaunten wir noch einen Hirsch, der gerade dabei war sein Geweih zu putzen.

 

In Hinterer Langenbach wollten wir dann unser Trinken auffüllen, wir hatten nämlich nichts mehr. Laut GPS-Gerät bog der Weg unterhalb eines großen Hotelkomplexes ab. Irgendwie kam es mir schon komisch vor, so dicht an einem Haus entlang zu laufen. Als wir dann mitten im Poolbereich des Hotels standen, war auch uns klar, dass wir falsch waren. Die Hotelgäste entspannten im heißen, dampfenden Wasser. Ach wie schön wäre das jetzt auch, dachte ich mir.

Zum Wildsee

In der Senke erkennt man den zugefrorenen Wildsee
In der Senke erkennt man den zugefrorenen Wildsee

Wir hatten noch ein ganzes Stück vor uns. Nachdem unsere Wasservorräte wieder voll waren (Danke an das Forsthaus Auerhahn), ging es weiter Richtung Wildsee.

 

Zwei Naturpark-Ranger begegneten uns und sagten, dass der Wildsee im Winter gesperrt sei. Auch der Weg der oberhalb entlang läuft, sei geschlossen. Komisch, denn im Internet fanden wir dazu nichts. Aber gut, da müssen wir uns jetzt halt dran halten. Wir entschieden uns erst mal planmäßig weiter zu laufen. Wenn was gesperrt ist, müsste das ja auch ausgeschildert sein und es eine Alternative geben. So war es dann auch. Hinunter zum Wildsee ging tatsächlich nicht, aber der Weg oberhalb war frei. Wunderschön verläuft dieser Pfad am Berghang entlang. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Wildsee.

Kleine Stärkung am Ruhestein

Am Rande der Skipiste am Ruhestein geht es bergab
Am Rande der Skipiste am Ruhestein geht es bergab

Irgendwann kamen wir dann wieder oberhalb der Skipiste des Ruhesteins raus und vorbei war es mir der Ruhe. Auf direktem Weg ging es am Rande der Piste bergab. Michas Kniee zwickten etwas. Bei mir hielt alles zum Glück.

 

Eine heiße Linsensuppe gönnten wir uns noch in der Gaststätte am Ruhestein. Dann traten wir den Rückweg an, der ab jetzt immer nur bergauf ging - puhhhhh.

 

Ab hier ist der Weg der gleiche, wie wir vor einem Tag gelaufen sind - die Tour dazu gab`s hier. Irgendwie hatte ich dieses Stück viel kürzer in Erinnerung. Aber klar, damals ging es auch nur bergab. Als wir uns den Rodelhang aufwärts plagten, beneidete ich die Energie der kleinen Kinder, die mit ihrem Schlitten im Schlepptau den Berg hinauf rannten.

 

 

So langsam wird`s unangenehm

Dick eingepackt vor der Kälte und dem Eisregen
Dick eingepackt vor der Kälte und dem Eisregen

Gegen später setzte ein unangenehmer Eisregen ein - die Kristalle peitschten uns ins Gesicht. Da hatte man es als Brillenträger vermutlich etwas besser. Mir tat es in den Augen nämlich ziemlich weh. Mit Blick auf den Boden ging es dann ganz gut weiter.

 

Micha klagte minütlich über heftige Blasen an beiden Füßen (das Foto der Füße erspare ich euch besser). Ich hatte einen völlig steifen Nacken vom kalten Wind und dem schweren Gepäck. 

Endspurt

Die Dämmerung setzt schon früh ein
Die Dämmerung setzt schon früh ein

Die Waden brannten auch schon seit einiger Zeit. So arg viele Schneeschuhtouren hatte ich bisher noch nicht gemacht. Nach dieser war mir allerdings klar, dass es ja nach Schneebeschaffenheit schwieriger oder leichter sein konnte. Auf diesem vollgesaugten, nassen Schnee war es deutlich anstrengender zu laufen als auf pulverigem. Auf den Schneeschuhen stapelte sich der Schnee und bei jedem Fuß anheben hatte ich das Gefühl einen Stein am Fuß zu haben.

 

Nach sieben Stunden, etwas Gejammer, Vorstellungen von Nutella-Pfannkuchen und einer heißen Badewanne, kamen wir etwas erschöpft am Auto unterhalb des Schliffkopf an.

Fazit zur Tour aus Tag 1 und 2:

Der Schwarzwald, eine unheimlich schöne Gegend zum Schneeschuhlaufen. Es müssen nicht immer die hohen Berge in den Alpen sein. Ich war wirklich beeindruckt von den vielfältigen Wegen und Möglichkeiten hier. Das war sicher nicht meine letzte Schneeschuhtour im Schwarzwald.

 

Die Tour an sich war mit dem schweren Gepäck konditionell ziemlich anstrengend. Alternativ könnte man auch am Ruhestein starten und enden, dadurch würde man sich ein paar Kilometer sparen. Wer kein Zelt mitschleppen möchte, kann am Mummelsee-Hotel oder im Forsthaus Auerhahn nächtigen. Die Verpflegung könnte man sich dann auch sparen, da man am Ruhestein, an der Darmstädter-Hütte, dem Mummelsee-Hotel oder im Forsthaus Auerhahn einkehren kann.

 

Silvester im Zelt, fernab von allem Trubel, war eine super Entscheidung mit Wiederholungs-Charakter. Und Danke Micha, dass du meine Spleens jedesmal mitmachst ;-)

Die Tour vom ersten Tag, findet ihr hier.

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