Nepal Mustang Trekking Tag 1 - von Jomsom nach Kagbeni

Allgemeine Infos

Im Hintergrund das ausgetrocknete Kali-Gandaki Flussbett
Im Hintergrund das ausgetrocknete Kali-Gandaki Flussbett

Jomsom ist ein kleines Dorf im Distrikt Mustang. Auf einer Höhe von 2.770 Meter, leben hier ca. 1.370 Einwohner. Jomsom ist per Propellermaschine sehr gut zu erreichen und ist daher oft Ausgangspunkt für Trekking Reisen in Nepal.

 

Kagbeni liegt auf einer Höhe von 2.830 Metern und hat eine Einwohnerzahl von ca. 940 Menschen. Das kleine Dorf liegt direkt am Ufer des Kali Gandaki Flusses. Der Fluss zählt zu den vier größten Flüssen Nepals. Kali Gandaki heißt auf Deutsch "Schwarze Gandaki", wegen des dunklen Sediments. Kali ist im hinduistischen Glauben die Göttin der Zerstörung und des Todes, aber auch der Erneuerung. Ein sehr passender Name für diesen Fluss wie ich finde. Außerdem ist die Kali Gandaki das tiefste Durchbruchtal der Welt. Auf 2.540 Meter liegt der tiefste Punkt der Talsohle. Der Höhenunterschied zum Gipfel des Dhaulagiri beträgt an dieser Stelle über 5.600 Meter. 


Von Pokhara zum Flughafen

Nach Sightseeing in Kathmandu befanden wir uns seit ein paar Tagen in Pokhara. Heute stand endlich unsere Trekkingtour an, der Hauptgrund, warum wir nach Nepal gereist sind.

 

Um 04:30 Uhr standen wir heute auf - sowas von überhaupt nicht meine Uhrzeit. Um 05:00 Uhr wurden wir von zwei Taxis zum Flughafen gebracht. Check-in und Sicherheitskontrolle dauerten insgesamt nicht mehr als 30 Minuten. Das Gepäckband war noch nicht mechanisch - jedes einzelne Gepäckstück wurde vom Flughafenpersonal getragen und von A nach B gebracht. Flüssigkeit im Handgepäck - kein Problem.  

Auf dem Weg zum Flughafen - noch muss ich alles selber tragen
Auf dem Weg zum Flughafen - noch muss ich alles selber tragen

Flug mit Tara Air

Skeptische Blicke - bitte lass uns sicher landen!!!!
Skeptische Blicke - bitte lass uns sicher landen!!!!

Um 06:15 Uhr ging dann der Flug. Mit einer Zwei-Propellermaschine flogen wir nach Jomsom. Ich hatte ganz schön Schiss. Ich fliege generell nicht so gerne. Diese winzige Maschine weckte nicht gerade Vertrauen in mir.

 

Auf der linken Seite befand sich eine Sitzreihe und auf der rechten Seite zwei. Insgesamt hatten ca. 25 Personen Platz. Die Maschine war an diesem Tag komplett voll. Das Cockpit war offen und die beiden Piloten hatte ich ständig im Blick. Es gab sogar eine Flugbegleiterin, die Bonbons verteilte.

 

Außerdem erklärte sie kurz, wo sich das Notausstiegsfenster befand. Als ich das sah, dachte ich nur - bitte nicht abstürzen!!!

Das Fenster war so klein, das selbst ein Kind vermutlich nicht durchpassen würde.

 


Zwischen 8.000-ern

Der Flug dauerte ca. 20 Minuten - für mich gefühlt viel, viel länger.

 

Der Ausblick lohnte sich dafür aber umso mehr. Meine Angst rückte etwas in den Hintergrund. Wir flogen nicht sehr hoch und total nah an den Bergen vorbei. Zwischen den Gipfeln des Annapurna (8.091m) und des Dhaulagiri (8.167m) flogen wir direkt dazwischen durch - wie geil :-)

 

Die Berge wurden wunderschön von der aufgehenden Sonne angestrahlt.

Ich glaube, das hier ist der Annapurna
Ich glaube, das hier ist der Annapurna

Ahhhhhh, bitte komm endlich zum stehen

Traumhaftes Gipfelpanorame beim Ausstieg aus dem Flugzeug
Traumhaftes Gipfelpanorame beim Ausstieg aus dem Flugzeug

Die Landung war sehr, sehr holprig. Meine Finger krallten sich in Michas Oberschenkel und ich schickte innerlich ein Stoßgebet zum Himmel. Puhhhhh, die Maschine kam endlich zum stehen und ich konnte mich wieder entspannen.

 

Als wir ausstiegen, spürten wir gleich den Temperaturunterschied. In Pokhara war es noch angenehm warm. Hier war es ca. 10 Grad kühl. Unser Gepäck kam schnell und so frühstückten wir noch im Alka Marco Polo Restaurant.


Unser Guide "Hari" und die Porter

 

Ich aß total leckere Apfelpfannkuchen (das wird sich während es Trekkings noch ein paar mal wiederholen ;-)

 

Hier trafen wir dann unseren Guide "Hari". Auch unsere fünf Porter (Träger) warteten schon auf uns. Noch waren wir uns fremd, aber während des Trekkings lernten wir uns alle schnell besser kennen und hatten viel Spaß zusammen. Hari bereitete seine Karte aus und erklärte uns die gesamte Strecke in kürze. Jeden Morgen würden wir ab jetzt ein Briefing zur jeweiligen Tagesetappe von ihm erhalten.

 

Außerdem hatte er unsere Permits dabei - ohne die man kein Trekking starten kann. Von Deutschland aus hatte Guido bereits alles im Vorfeld mit seinen nepalesischen Freunden geregelt. Wir brauchten uns um nichts kümmern.

 

Und so starteten wir dann unseren ersten Trek von Jomsom nach Kagbeni....

Hari erklärt die Tour, Guido schaut ganz genau
Hari erklärt die Tour, Guido schaut ganz genau
Wichtig, wichtig - das Permit für unseren Mustang Trek
Wichtig, wichtig - das Permit für unseren Mustang Trek

Und los geht's...

In jeder Hand ein Stein, mal schauen was sich darin verbirgt
In jeder Hand ein Stein, mal schauen was sich darin verbirgt

Ca. 3 Stunden war die Strecke heute, also sehr überschaubar. Wir brauchten an die 4 Stunden.

 

Dies lag daran, das man im Flussbett des Kali Gandaki versteinerte Fossilien finden konnte. Die schwarzen, glattgeschliffenen, runden Steine musste man einfach auf den Boden schlagen. Wenn man Glück hatte, zerbrachen sie und im Inneren kam ein tolles Fossil zum Vorschein - Überraschungseier auf Nepali :-)

 

Wir verbrachten extrem viel Zeit damit. So wirklich Glück hatte ich nicht, wobei teilweise kleine Versteinerungen dabei waren.


Süße Hundis

Wir verließen das ausgetrocknete Flussbett. Der Weg der jetzt folgte war nicht so schön - eine Schotterpiste, auf der auch ziemlich viele Jeeps und Motorräder an uns vorbei bretterten. Dadurch wurde noch mehr Staub aufgewirbelt, als eh schon da war.

 

Ab der Hälfte des Wegs begleitete uns ein süßer, zutraulicher Hund. Wir nannten ihn "Samson". Das zottelige, orange-braune Fell erinnerte uns alle an Samson aus der Sesamstraße.

 

Ach, ich vergass...

Kurz nach Jomsom traf ich auf zwei kleine Mädels mit einem total süßen Hundewelpen, den sie mir auf den Arm gaben. Musste mich echt beherrschen, den nicht mit zu nehmen ;-)

Fotosession mit Samson
Fotosession mit Samson
Für meinen Hund Charly wär der Kleine hier sicherlich auch nett gewesen
Für meinen Hund Charly wär der Kleine hier sicherlich auch nett gewesen

Ankunft in Kagbeni

Toller Blick auf den Nilgiri
Toller Blick auf den Nilgiri
Das Dorf Kagbeni - unsere Lodge ist das Haus mit dem blauen Dach
Das Dorf Kagbeni - unsere Lodge ist das Haus mit dem blauen Dach
Das Kloster von Kagbeni
Das Kloster von Kagbeni

Auf unserem Weg hatten wir sehr lange den Berg "Nilgiri" mit einer Höhe von 2.637 Metern im Blick - echt toll. Er hob sich fantastisch von der braunen, wüstenartigen Gegend mit seinem weißen Gipfel ab. Bei so schönen Aussichten läuft es sich gleich viel besser ;-)

 

Wir kamen in Kagbeni an und gingen gleich in unsere heutige Lodge mit dem Namen "The green Kitchen". Bevor es Essen gab, zeigte uns Hari noch ein wenig das Dorf. Das dortige Kloster schauten wir uns ebenfalls an. Ein 18-jähriger Mönch erzählte uns, das er schon im Alter von sieben Jahren Mönch wurde. In seiner Familie gibt es eine Regel die besagt, dass das mittlere Kind Mönch oder Nonne werden muss. Tja, er war der Mittlere - eine Wahl hatte er damit leider nicht.


"Momo" ist nicht nur ein Film

Die Menschen hier sind sehr freundlich. Alle grüßen höflich und lächeln einen an. Nach der kleinen Führung durch das Dorf gab es Mittagessen.

 

Ich aß vegetarische Momos - mit Gemüse gefüllte Teigtaschen in Wasser gekocht. Sehr, sehr lecker. Erinnert mich ein bisschen an unsere schwäbischen Maultaschen ;-). Dazu gab es einen Honig-Ingwer-Zitronen-Tee. Das tat gut!!! Durch den starken, kalten Wind war ich ganz schön durchgefroren.

Momos - die nepalesische Maultasche ;-)
Momos - die nepalesische Maultasche ;-)

Da flattern die Gebetsfahnen

Puhhhh, ich musste richtig gegen den Wind ankämpfen
Puhhhh, ich musste richtig gegen den Wind ankämpfen

Mit Micha machte ich nach dem Essen noch einen kleinen Verdauungsspaziergang. Auf einer Brücke war mir dann aber nicht sehr wohl. Der Wind war mittlerweile so stark, das man fast davon geweht wurde. Schnell ging ich von der übel schwankenden Brücke wieder runter.

 

In einem kleinen Cafe trafen wir auf ein Pärchen aus Freiberg am Neckar. Wie klein die Welt doch ist, da treffen wir in Nepal Menschen aus unserer Nachbarstadt. Die beiden kamen vom Annapurna Trek zurück und waren schon 2,5 Wochen unterwegs. Wir quatschten noch eine Weile mit ihnen und gingen dann in unsere Lodge zurück.


Umplanen

Hari teilte uns mit, das er die von uns gewünschte Tour leider etwas umplanen müsse. Die Zeit die wir zur Verfügung hatten, war für die geplante Strecke zu kurz. Ob wir es auf den Thorong-La (mit 5.416 m einer der höchsten Pässe der Welt) schaffen, sei auch fraglich. Das wären von unserem Ausgangspunkt 7 Stunden hoch und 5 Stunden runter, wenn man schnell ist. Oh weh oh weh, das ist (auch wegen der Höhe) sicherlich nicht machbar. Schade, dabei hatte ich mich so sehr darauf gefreut :-(

 

 

Aufenthaltsraum der Lodge "The green Kitchen"
Aufenthaltsraum der Lodge "The green Kitchen"

Zum Abschluss was Süßes

Nachts wird es bitter kalt. Ich bin froh um meinen warmen Daunenschlafsack
Nachts wird es bitter kalt. Ich bin froh um meinen warmen Daunenschlafsack

Ich gönnte mir noch eine Dusche mit eiskaltem Wasser (im weiteren Trekking Verlauf stellt sich noch heraus, das es mehrere Temperaturstufen von "eiskalt" gibt). Die Dusche ist hier eh etwas komisch - das Klo ist gleich daneben, ohne Absatz und Duschvorhang. Das Wasser läuft folglich überall zwischen Toilette und Dusche herum. Egal, Hauptsache Wasser und der ganze Staub geht von mir weg.

 

Nach dem Duschen holte ich mir meinen Daunenschlafsack und setzte mich, in diesen gekuschelt, an den Tisch. Als ich auf die Uhr schaute, war es erst 19:45 Uhr und ich war schon müde. Kein Wunder, musste ja auch früh aufstehen.

 

Während ich Tagebuch schrieb, wurde das Abendessen serviert. Es gab Reispudding mit Äpfeln und Gewürzen. Mhhhh, voll nach meinem Geschmack. Ich machte Feierabend und genoss meinen Pudding :-)


Trekkingverlauf:

Von Jomsom nach Kagbeni

Strecke: ca. 11,2 km

Aufstieg: ca. 805 m

Abstieg: ca. 701 m

max. Höhe: 2.954 m

min. Höhe: 2.734 m

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Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    m.barbara (Montag, 09 Januar 2017 15:42)

    Lieber Guido, dies ist der helle Wahnsinn, ich bin ganz neidisch. Das habe ich bis jetzt versäumt.
    LG B

  • #2

    Joe (Mittwoch, 11 Januar 2017 20:45)

    Liebe Myri,

    schön erzählt :-) Da will ich auch hin! Bin gespannt auf die folgenden Artikel zu dem Nepal Trip. Ich kenn's ja schon von deinen Erzählungen. Aber die Bilder seh ich zum ersten mal. Sauber!
    Das kleine Yak will ich haben! Un so a Mauldäschle au!!!

    Der Guido wohnt ja auch nur einen Steinwurf von mir entfernt. Vielleicht buche ich den auch mal ;-)

    LG Joe

  • #3

    Myri (Mittwoch, 11 Januar 2017 21:54)

    Lieber Joe,

    vielen Dank :-)
    Also das kleine Yak war in Wirklichkeit ne Kuh ;-). Warte mal ab bis die größer sind, da willst du kein Yak mehr haben. Die können ganz schön gefährlich werden. Schau mal morgen auf meinen Blog, da kommt der Trekking-Tag 2 mit einem ausgewachsenen Yak.
    Und den Guido kann ich nur empfehlen. Der kann nicht nur eine super Nepal Reise organisieren, sondern auch noch zusammen mit Heike super Momos kochen.

    Liebe Grüße
    Myri

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