Allgäurunde Teil III - Prinz-Luitpold-Hütte|Laufbacher Eck|Nebelhorn

Wunderschöne Wege mit Gipfelziel

Weg hinunter vom Laufbacher Eck
Weg hinunter vom Laufbacher Eck

Der letzte Teil der Allgäu-Wanderklassiker Runde steht an.

Hier findet ihr Teil 1 und Teil 2.

 

Die heutige Tour startet am Prinz-Luitpold-Haus. Über den Laufbacher-Eck Weg wandern wir zur Bergstation Höfatsblick und gelangen dann über den Gratweg hinauf zum Nebelhorn.

 

Die Berg-Kulisse ist einfach der Wahnsinn. Wunderschöne, bizarre Grasberge, wie sie für das Allgäu typisch sind, bewundern wir. Die Jahreszeit Juni ist einfach perfekt - zahlreiche bunte Blüten leuchten zwischen saftigem grün hervor.

 

 

Start mit müden Knochen

Im Hintergrund zu sehen, das Prinz-Luitpold-Haus
Im Hintergrund zu sehen, das Prinz-Luitpold-Haus

Die Nebelschwaden hingen noch im Tal, als wir morgens an der Prinz-Luitpold-Hütte starteten. Das Wetter schien aber besser zu werden, als am Vortag. 

 

Unsere Knochen waren beim loslaufen noch etwas steif. Die Hütte war voll bis oben hin und wir konnten uns nicht wirklich bequem hinlegen beim schlafen. Aber gut, so ist das nun mal in den Bergen. 

 

Kurz nach der Hütte ging es steil bergab. Durch den Regen am Vortag wurde aus dem Erdweg eine richtige Rutschbahn. Wir waren froh um unsere Stöcke, die uns guten Halt gaben. So kamen wir schnell voran.

Alpenrosen

Alpenrosen im Vordergrund und unser Weg von wo wir kamen im Hintergrund
Alpenrosen im Vordergrund und unser Weg von wo wir kamen im Hintergrund

Einige Alpenrosen blühten am Wegesrand und gaben der Landschaft schöne Farbkleckse. Habt ihr gewusst, dass die Pflanze sehr giftig ist? Bereits ein Blatt oder eine Blüte können schon schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

 

Einige kleinere Schneefelder stellten uns in den Weg. Es war aber problemlos, diese zu überwinden. Fußstapfen waren schon vorhanden und erleichterten uns das vorankommen. 

Über Altschneefelder zum Laufbacher Eck

Großes Altschneefeld am Laufbacher Eck
Großes Altschneefeld am Laufbacher Eck

In der Scharte unterhalb des Laufbacher Ecks sah es dann tatsächlich eher nach Winter aus, als nach Sommer. Die Scharte liegt im Schatten und der Schnee hatte sich noch gut gehalten. In kurzer Hose und

T-Shirt bahnten wir unseren Weg steil nach oben durch den Schnee. Dabei wurde es uns angenehm warm.

 

Außerdem hatten wir von hier einen super Blick zur Prinz-Luitpold-Hütte, wo wir starteten.

 

Nach ein paar Verschnaufpausen später, standen wir oben auf dem Laufbacher Eck. Puhhhh, blies hier unangenehm der Wind. Wir liefen nochmals ein paar Schritte zurück und legten im Schutz des Berges unsere Mittagspause ein. 

Allgäu oder Schottland?

Abstieg vom Laufbacher Eck
Abstieg vom Laufbacher Eck

In einem Auf und Ab näherten wir uns dem Nebelhorn. Bis dahin war es aber noch ein gutes Stück zu laufen. 

 

Der Himmel klarte immer mehr auf und vereinzelt schafften es auch Sonnenstrahlen durch die Wolken. Umgeben von den bizarren Grasbergen, kam ich mir manchmal vor, als stünde ich mitten in Schottland und nicht im Allgäu.

 

Viele Blumen blühten auf den Wiesen in allen möglichen Farben. Besondern gefallen mir immer die leuchtend gelben Trollblumen. Diese Jahreszeit ist wirklich sehr farbenfroh in den Bergen und ich liebe es einfach sehr hier zu sein.

Empfindliches Näslein

Blick auf den Seealpsee
Blick auf den Seealpsee

Wir sichteten schon einige Gleitschirme am Himmel und wussten, dass Nebelhorn kann nicht mehr weit sein. Viele Gleitschirmflieger starten von hier aus ihren Sprung in die Tiefe.

 

Zwei steile Altschneefelder mussten wir noch überwinden. Bloß nicht abrutschen, dachte ich. 

 

Und dann kam sie, die Duftwolke der anderen Bergtouristen. Es roch plötzlich ziemlich penetrant nach Parfum. Von der einsamen Bergwelt kommend, standen wir auf einmal mitten in einer großen Menschenmenge. So wie es aussah, kamen diese alle mit der Nebelhornbahn nach oben. Zumindest konnte ich es mir nicht anders erklären, wie man mit Flip-Flops oder Ballerinas den Berg hinauf kommt. 'Naja, für jeden das seine' dachte ich mir und schaute ein letztes Mal zum tiefblauen Seealpsee hinab. 

 

 

Die letzten Meter bis zum Nebelhorn

Der Gratweg auf das Nebelhorn
Der Gratweg auf das Nebelhorn

Ein kleines Stück hatten wir noch vor uns.

 

Von der Bergbahnstation Höfatsblick wollten wir noch voll bis zum Nebelhorn hochlaufen. Es gibt den Fahrweg, den die meisten anderen Touristen wählen. Wir entschieden uns für den Gratweg, der nochmals ca. eine Stunde dauerte. Plötzlich waren wir wieder alleine - wie schön :-)

Alternative zum wandern, die Nebelhornbahn
Alternative zum wandern, die Nebelhornbahn

Was Süßes zum Abschluss

Dann waren wir oben auf dem 2.224 Meter hohen Nebelhorn. Das relativ neu gebaute Restaurant trohnt oben auf dem Gipfel. Rings herum wurde aus einer Stahl-Konstruktion eine große Brücke um den Gipfel errichtet - das Highlight für viele. Wir gingen nicht drauf, irgendwie verband ich dieses Gerüst nicht mit der Bergwelt, wie ich sie kenne und liebe.

 

Das Stück Sachertorte und die heiße Schokolade mit Sahne im Gipfelrestaurant ließ ich mir dann aber doch nicht entgehen. Für den Abstieg entschieden wir uns für die knieschonende Variante Bergbahn. Nachdem wir allerdings 58€ los waren, war das ein teurer Spaß. Egal, meine kaputten Knie haben es mir gedankt ;-)

Auf dem Gipfel des Nebelhorns
Auf dem Gipfel des Nebelhorns
Der verdiente Kuchen
Der verdiente Kuchen

**Tourdaten**

Schwierigkeit: mittel

Dauer: ca. 6 Stunden

Kilometer: ca. 12 km

Aufstieg: ca. 973 m

Abstieg: ca. 606 m

GPX-Track:

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/von-der-prinz-luitpold-huette-ueber-den-laufbacher-eck-weg-zum-nebelhorn/22827159/?share=%7Ezdcms3hv%244osshqbt

 

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