Madeira gehört zu den besten Wanderzielen Europas und bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an Landschaften auf kleinstem Raum. Von spektakulären Levada-Wanderungen durch üppigen Lorbeerwald, über aussichtsreiche Küstenwanderungen entlang steiler Klippen, bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren im Hochgebirge – Wandern auf Madeira ist abwechslungsreich, eindrucksvoll und für unterschiedliche Erfahrungslevel geeignet.
In diesem Artikel findest du einen umfassenden Überblick über die 10 schönsten Wandertouren auf Madeira. Ich stelle dir Touren vor, die sich im Charakter deutlich unterscheiden und nicht ausschließlich zu den überlaufenen Klassikern gehören. Ergänzt wird die Auswahl durch praktische Tipps, persönliche Erfahrungen sowie Hinweise zur Planung deines Wanderurlaubs auf der portugiesischen Atlantikinsel.
Seit 2026 gibt es auf Madeira eine wichtige Änderung, die du unbedingt bei deiner Wanderplanung berücksichtigen solltest: Viele der sogenannten klassifizierten Wanderwege (PR-Wege) sind inzwischen kostenpflichtig und nur noch mit vorheriger Buchung zugänglich.
Für die meisten offiziellen Wanderungen zahlst du aktuell eine Gebühr von ca. 4,50 € pro Person (ab 12 Jahren). Eine Ausnahme ist die spektakuläre Gratwanderung zwischen Pico Ruivo und Pico do Arieiro, für die der Preis bei etwa 10,50 € pro Person liegt (Stand 2026). Zusätzlich können – je nach Ausgangspunkt – Parkgebühren anfallen.
Die Buchung erfolgt vorab online über das offizielle System, das sogenannte Simplifica Portal. Dabei wählst du für viele Wanderwege einen konkreten Start-Zeitslot (meist 30-Minuten-Fenster) aus. Das bedeutet: Spontan loswandern ist auf beliebten Routen oft nicht mehr möglich.
👉 Besonders in der Hauptsaison (Frühling, Herbst, Ferienzeiten) können Slots schnell ausgebucht sein.
👉 In der Nebensaison hast du meist mehr Flexibilität und kannst auch kurzfristig buchen.
Vor Ort wird die Buchung stichprobenartig kontrolliert. Wenn du ohne gültiges Ticket unterwegs bist, drohen empfindliche Geldstrafen.
Die Einnahmen aus den Gebühren werden übrigens sinnvoll eingesetzt: Madeira investiert sie in die Instandhaltung der Wanderwege, die durch Wetter, Erosion und Erdrutsche regelmäßig aufwendig repariert werden müssen. Gleichzeitig soll die Besucherzahl auf stark frequentierten Routen besser gesteuert werden.
Eine hervorragende Übersicht über alle freigegebenen Wanderungen findest du auf der offiziellen Seite von Visit Madeira. Dort erkennst du auf einen Blick per Ampelsystem, ob ein Weg geöffnet, eingeschränkt oder gesperrt ist.
Außerdem findest du:
Levada-Wanderungen auf Madeira gehören zu den beliebtesten Wanderungen der Insel und führen dich entlang historischer Wasserkanäle durch grüne Wälder und beeindruckende Landschaften. Beim Wandern auf Madeira folgst du den Levadas oft über schmale Pfade und durch teils dunkle Tunnel – eine Stirnlampe kann hier hilfreich sein. Dich erwarten Wasserfälle, ursprüngliche Natur und ein ganz besonderes Wandererlebnis.
Küstenwanderungen auf Madeira begeistern mit spektakulären Ausblicken auf den Atlantik, steilen Klippen und versteckten Buchten. Beim Wandern entlang der Küste erlebst du die Insel von ihrer rauen und gleichzeitig beeindruckend schönen Seite. Die Kombination aus Meer, Felsen und Natur macht diese Madeira Wanderungen besonders abwechslungsreich.
Bergwanderungen auf Madeira sind perfekt für alle, die beim Wandern auf Madeira hoch hinaus wollen. Dich erwarten spektakuläre Gipfel, schmale Höhenwege und atemberaubende Panoramablicke über die Insel. Diese Madeira Wanderungen sind oft anspruchsvoller, belohnen dich aber mit unvergesslichen Naturerlebnissen.
Wer also in den Herbst-/Wintermonaten unseren kühlen Temperaturen entfliehen möchte, findet auf Madeira zu dieser Zeit immer noch angenehme Temperaturen von 15-25 Grad. Allerdings herrscht von November bis März Regenzeit. Zu rechnen ist mit 5-7 Regentage pro Monat und durchschnittlich 5-6 Sonnenstunden am Tag. Baden ist hier (zumindest für meinen Geschmack) nicht möglich. Der Atlantische Ozean ist selbst im Sommer relativ kühl. Vorteil der Nebensaison: die Hotelpreise und Flüge sind deutlich günstiger und auf den Wanderwegen ist ebenso weniger los.
Die beste Reise- und auch Wanderzeit auf Madeira ist sicherlich von April bis Oktober. Mit bis zu 10 Sonnenstunden am Tag (Mai bis August) und Temperaturen von 21-26 Grad findet ihr das perfekte Wanderwetter vor. Auf Madeira herrscht ein eigenes Mikroklima und die Wetterverhältnisse (auch im Sommer) wechseln rasant. Wir haben viele Male erlebt, dass wir bei gefühlten 28 Grad schwitzen und Sekunden später Regen, Windböen und eine ordentliche Kälte einsetzt. 10 Minuten später ist dann alles wieder weg und der Himmel strahlend blau. Das ganze Naturschauspiel konnte sich über mehrere Male am Tag fortsetzen.
Der Atlantische Ozean ist mit 18-22 Grad auch in den Sommermonaten (zumindest für mich Frostbeule) recht kühl.
Madeira durchzieht von Norden nach Süden eine Wetterschneide. Diese führt dazu, dass es im Norden deutlich öfter regnet und auch kühler ist, als im Süden von Madeira. Interessante Infos zum Wetter auf Madeira findet ihr auch hier.
Wir waren übrigens von Mitte bis Ende September damals auf Madeira. Wettertechnisch hatten wir alles dabei - aber genau das macht es auch spannend, oder? Gerade die nebelverhangenen Berge fand ich faszinierend und fast interessanter, als bei strahlendem Sonnenschein.
Im Nachhinein wäre eine Unterkunft bei Santana, für die Touren die wir unternommen haben, praktischer gewesen.
Sicherlich auch von Vorteil ist, wenn man eine Woche in der Unterkunft A und die andere Woche in der Unterkunft B verbringt, um näher an den Startpunkten der Wanderungen zu sein.
Auch gibt es auf Madeira einige Campingplätze. Diese sind allerdings meist ohne jegliche Ausstattung in Form von Duschen, Toiletten oder sonstigen Annehmlichkeiten - also einfache Trekkingcamps. Oftmals sind diese sogar kostenlos, wobei eine Anmeldung im Vorfeld erforderlich ist. Wir waren so nicht unterwegs, daher kann ich meine persönlichen Erfahrungen dazu nicht einbringen. Hier habe ich dazu einen sehr guten Blogbericht gefunden, der wertvolle Informationen liefert.
Wild zelten ist auf Madeira strikt verboten.
Wir hatten uns daher für einen Mietwagen entschieden und haben dies auch nicht bereut. So waren wir flexibel und sind einigermaßen problemlos an die Startpunkte unserer Touren gekommen. Die Straßen auf Madeira sind insgesamt sehr gut in Schuss. Die Insel wird von vier Schnellstraßen (VE1-VE4) durchzogen. Auf diesen kommt man super schnell und problemlos voran. Schaut ihr auf die Karte, verlaufen diese Straßen oft in einer kerzengeraden Linie. Dies liegt daran, dass sie oft geradewegs durch die Berge führen und sich ein Tunnel an den nächsten reiht. Dann gibt es noch die alten Küstenstraßen, die aber oft wegen Steinschlag gesperrt und daher nicht empfehlenswert sind.
Wenn ihr zu den Wanderungen fahrt, führen die Schnellstraßen nicht direkt zum Startpunkt, sondern ihr müsst noch die "normalen" Straßen nutzen. Diese sind von der Wegbeschaffenheit gut, allerdings oft extrem steil. Ich wusste vorher nicht, dass es sooooo steile Straßen gibt ;-)
Ihr braucht definitiv ein Auto mit ordentlich PS unter der Haube - das ist wirklich ein MUSS!!!
Außerdem sind die Straßen teilweise extrem kurvig.
Wichtig bei einem Mietwagen:
Prüft bei der Übergabe das Auto unbedingt auf Schäden und macht Fotos davon. Achtet dabei auch auf die Reifen - das hatten wir leider vergessen. Ärgerlich war dann, dass wir eine Panne wegen eines platten Reifens hatten. Für uns war es klar, dass es an den bereits total verschlissenen Reifen lag (die anderen drei Räder sahen auch übel aus und wir sind auf ordentlichen Straßen gefahren). Die Versicherung sah es leider anders.
Noch heute sind die Lavadas in Betrieb.
Direkt neben den schmalen Wasserkanälen verlaufen meist ebenfalls schmale Trampelpfade, denn irgendwie müssen die Levadas ja geprüft und instandgehalten werden. Auf diesen über 2.500 Kilometer Levadawegen, lässt es sich super gut wandern und die Insel erkunden.
Viele unserer Touren die wir gewandert sind, führten an Levadas entlang. Es ist ein tolles Gefühl, das erfrischende, plätschernde Wasser die ganze Zeit neben sich zu haben. Fast schon meditativ hörte sich das Geräusch an und wir haben es oft vermisst, wenn wir auf anderen Touren unterwegs waren. Die Wanderwege entlang der Levadas sind gut zu gehen, allerdings sollte man auf ein paar Dinge achten bzw. wissen.
Die Wege sind oft sehr schmal - teilweise nur einen halben Meter breit. Oft geht es an einer Seite steil den Berg hinab. Schwindelfreiheit ist daher ratsam, damit man die Tour auch wirklich genießen kann. Meistens ist die abschüssige Seite auch mit einem Stahlseil abgesperrt. Das dieses allerdings hält, wenn man fallen würde, glaube ich eher kaum. Rein für das Gefühl gibt das Seil allerdings Sicherheit.
Die Wege können bei Regen recht schnell überschwemmt und rutschig sein. Irgendwie hatte ich nach jeder Tour verdreckte Waden ;-)
Wenn du noch unsicher bist, welche Wandersocken für solche Touren wirklich das geringste Blasen- und Druckstellenrisiko bieten, hilft dir dieser ausführliche Ratgeber weiter: Wandersocken: Welche sind die richtigen? Tipps & Erfahrungen aus der Praxis.
Bei den Levadawanderungen wirst du daher oft auch durch Tunnel laufen. Die Länge dieser Tunnel kann sehr unterschiedlich sein. Daher packe am besten immer eine Stirnlampe mit in deinen Rucksack, dann bist du auf der sicheren Seite. Teilweise kann es wirklich stockdunkel sein und du bist froh, die Hände frei zu haben (theoretisch kannst du auch mit Handylicht laufen).
Auch sind die Tunnel meist recht schmal und niedrig - mein Freund Timo hatte mehrere Schrammen auf dem Kopf ;-)
Wer auf Madeira gerne natürlich und mit viel Bodenkontakt unterwegs ist, für den können auch Barfußschuhe zum Wandern auf Madeira eine spannende Alternative sein.
Wir haben all unsere Touren aus dem Rother Wanderführer Madeira. Aus diesem haben wir einige Touren ausgewählt, die für Abwechslung sorgen. So sind neben Levadawanderungen auch Bergtouren auf Gipfel, sowie Touren an der Küste mit dabei. Auch von der Dauer unterscheiden sich die Wanderungen. In der Regel dauern die Touren (reine Gehzeit) zwischen 2-7 Stunden. Bei den kürzeren Touren hast du so die Möglichkeit noch etwas Sightseeing im Anschluss zu unternehmen oder einfach gemütlich am Hotelpool/Meer zu entspannen.
Bei unseren Wanderungen handelt es sich immer (bis auf eine Tour) um Rundtouren, bei denen der Startpunkt auch der Zielpunkt ist.
Die genauen Anforderungen an die Tour (Schwierigkeit, Dauer, Wegbeschaffenheit usw.) sowie die GPX-Tracks findest du in den jeweiligen, unten aufgeführten Etappenberichten. Die Touren waren in der Regel immer sehr gut ausgeschildert. Trotzdem beruhigt es einen, wenn man zur Sicherheit den GPX-Track auf dem Handy dabei hat.
Wenn du ebenso wie bei diesen Touren Lust auf weitere Fernwanderwege bekommen hast, findest du hier Inspiration und Erfahrungsberichte zum Fernwanderweg GR221 auf Mallorca.
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